Grenzach-Wyhlen Ein Haus als Standortbekenntnis

Tim Nagengast

Grenzach-Wyhlen - Bei Roche Pharma hat der Bau des geplanten „Flexible Office Building“ („FOB“) an der Emil-Barell-Straße begonnen. Zwar ist die Baugrube für das neue bauliche Herzstück des Unternehmens bereits von beachtlicher Tiefe, der offizielle Spatenstichtermin aber war gestern. Der Pharmariese investiert inklusive unterirdischer Energiezentrale rund 60 Millionen Euro. Die große Baumaßnahme ist Teil eines umfassenden „Site-Master-Development-Pans“ von Roche.

Hinter dem Bau des „FOB“ steckt dabei weit mehr als „nur“ ein neues Hauptgebäude. „Künftig erwartet man hier kein Industrieareal mehr“, umriss Roche Pharma-Vorstand Hagen Pfundner die Idee hinter dem Plan, das Firmengelände vollständig umzugestalten und nach außen hin zu öffnen. So stehen das „FOB“ und die bestehenden Bauten künftig inmitten von viel Grün. Geplant sind zudem Wasserläufe und ein kleiner See. Pfundner: „Wenn ich in einer inspirierenden Umgebung bin, bin ich kreativer.“

Zwar sind etliche zum Teil bis zu acht Jahrzehnte alte, schöne Bäume für die Neugestaltungspläne bereits der Motorsäge zum Opfer gefallen. „Wir haben aber versprochen, 110 neue Bäume zu pflanzen, darunter auch große“, stellte Pfundner in Aussicht.

Ort der Zusammenkunft

Wie Pfundner sagte, wird das „Flexible Office Building“ der Ort, „wo wir zusammenkommen“. Egal, ob ein kurzes Meeting von vier Mitarbeitern oder eine Großveranstaltung mit 500 Besuchern: All das soll künftig im „FOB“ stattfinden. Roche Pharma will nach Fertigstellung des Gebäudes nämlich die bisher auf dem ganzen Areal verteilten Konferenz- und Besprechungsräume in den geplanten zentralen Neubau verlagern, die Aktivitäten bündeln und dadurch frei werdende Raumkapazitäten anderweitig nutzen. Pfundner: „Das FOB wird ein Meet-and-Greet-Gebäude.“ Denn wer auch immer zu Roche will: Aufgrund der Neustrukturierung auch der Eingangs- und Zufahrtssituation landet er künftig automatisch im „FOB“, wo auch der zentrale Empfang sein wird.

Kreative Grundsteinlegung

Das Pharmaunternehmen will das neue Hauptgebäude im Jahr 2021 fertigstellen. Ein Vorhaben, das Pfundner als „recht ambitiös“ bezeichnet. Die Eröffnung solle möglichst Hand in Hand gehen mit dem 125-Jahre-Jubiläum von Roche, mit dem Ende der Sanierung des Roche-Perimeters der Keßlergrube und vielleicht auch mit der städtebaulichen Entwicklung der naheliegenden Neuen Mitte Grenzach („Stadthain“). Zuvor aber soll es im ersten Quartal des kommenden Jahres noch eine „kreative Grundsteinlegung“ geben, über deren Details sich alle Teilnehmer des offiziellen Spatenstichs gestern noch in Schweigen hüllten.

Um das „FOB“ zu errichten, greift Roche tief in die Tasche. Für den Bau allein rechnet das Unternehmen mit Ausgaben von 45 bis 55 Millionen Euro. Zwar sollen so viele regionale Firmen beim Neubau zum Einsatz kommen. Laut Hagen Pfundner ist es aber sehr schwierig, aufgrund der hier brummenden Baukonjunktur überhaupt lokale oder regionale Unternehmen ins Boot holen zu können, die noch Kapazitäten frei haben.

Begeistert von den Neubauplänen zeigte sich gestern auch Bürgermeister Tobias Benz. Er wertet das „FOB“ als klares Standortbekenntnis von Roche zu Grenzach-Wyhlen. Es sei beeindruckend, wie sehr sich das Pharmaunternehmen im Dorf engagiere. Stichwörter: Vollaushub des Roche-Teils der Keßlergrube und Erweiterung der Kita „ideenReich“.

Das „FOB“ in Zahlen

Auf vier Etagen sollen 10 000 Quadratmeter neue Büroflächen entstehen, das Erdgeschoss wird voll verglast. Das „FOB“ wird 23 Meter hoch und misst von außen 52 Mal 37 Meter.

Kern des Gebäudes wird ein in drei Raumeinheiten teilbares Auditorium („Forum“). Es soll zwei Etagen hoch werden und 500 Plätze samt Konzertbestuhlung fassen. Drumherum gruppieren sich laut Planung ringförmig 200 Büroarbeitsplätze, eine „Meeting Area“ sowie Besprechungs- und Konferenzräume.

Umfrage

Karl Lauterbach

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist designierter Bundesgesundheitsminister. Was halten Sie davon?

Ergebnis anzeigen
loading