Grenzach-Wyhlen Eine Vision auf vier Rädern

Fuhren mit einem mit Wasserstoff betriebene Bus aufs Neufeld (von links): Doris Munzig, Inga Nietz, Manfred Hovenjürgen und Bürgermeister Tobias Benz. Foto: Rolf Reißmann

Nur wenigen Passanten dürfte gestern Vormittag aufgefallen sein, dass da ein ganz besonderer Linienbus hinauf aufs Grenzacher Neufeld gefahren ist: ein mittels Brennstoffzelle angetriebener Toyota-Bus. Mit diesem Testmodell war die SBG auf Einladung in die Doppelgemeinde gekommen.

Von Rolf Reißmann

Grenzach-Wyhlen. Das Musterfahrzeug ist derzeit für einige Tage bei Südbadenbus in Waldshut für Probefahrten unterwegs. Ein Abstecher nach Grenzach-Wyhlen bot sich an, schließlich hat die Gemeinde immer wieder Interesse am Thema Wasserstoff-Bus signalisiert.

„In Grenzach-Wyhlen sind Bürgermeister und Gemeinderat gegenüber den neuen Technologien sehr aufgeschlossen, da stoßen wir mit diesen Neuheiten auf offene Ohren, deshalb stellen wir den Bus hier vor“, sagte Manfred Hovenjürgen, Vorsitzender der Regionalleitung von RegioBus Baden-Württemberg. Bürgermeister Tobias Benz sprach über seine Vision zur Umgestaltung der Mobilität in der Gemeinde. Hier, wo Wasserstoff hergestellt werde, wäre es doch angebracht, diese neue Technologie weiter zu testen, um daraus langfristige Erkenntnisse zur Umstellung des öffentlichen Verkehrs zu gewinnen.

An den Umläufen der Linie 38 ist die SBG mit zwei großen Bussen beteiligt; zwei kleine sind für die Ortslinie 7311 erforderlich. Wenn es gelänge, solche Fahrzeuge in dieser Zahl hier zu konzentrieren, könnte Grenzach-Wyhlen Modellort werden, eben weil hier auch der Wasserstoff hergestellt wird.

Für die SBG wäre ein Bestand von zehn Fahrzeugen für einen soliden Modellbetrieb die ideale Größe. Die Versorgung mit Treibstoff erweist sich aber derzeit noch als recht umständlich, wie Hovenjürgen und SBG-Betriebsleiter Uwe Mühl konstatierten. Um eine Wasserstofftankstelle einigermaßen wirtschaftlich zu betreiben, wäre eine gewisse Mindestabnahme erforderlich. Allein der Aufwand fürs Tanken sei derzeit noch erheblich teurer als bei herkömmlichen Fahrzeugen. Auch die Busse selbst seien sehr teuer.

Der Vorteil von Bussen mit Brennstoffzellenantrieb ist zunächst die große Reichweite: Der hier vorgestellte schafft etwa 400 Kilometer mit einer Tankfüllung von rund 40 Kilogramm Wasserstoff. Nun gilt es, Förderprogramme zu finden, um solche Busse beschaffen zu können.

Vom Landratsamt waren bei der gestrigen Fahrt Doris Munzig, Leiterin des Fachgebietes Verkehr, und Inga Nietz vom Fachbereich Umwelt gekommen, um die Eignung dieser Antriebsart für die Regionallinien im Kreis zu betrachten. Sie nutzten dazu anschließend eine weitere Fahrt vom Hochrhein nach Schopfheim.

Deutlich wurde bei diesen Probefahrten, dass es allein mit der Beschaffung solcher Fahrzeuge nicht getan sein wird, weil ein komplexes Netzwerk aufgebaut werden muss, um eine kleine Flotte zu betreiben. Der wichtigste Vorteil aber steht fest: Aus dem Auspuff dieser Busse fließt nur Wasser – mehr nicht.

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