Grenzach-Wyhlen Förderung ist an Standort gekoppelt

ED-Sprecher Alexander Lennemann, Irene Knauber, Mitglied der Geschäftsleitung, und Projektleiter Peter Trawitzki zeigen, wo die geplante Anlage zur Erzeugung von Wasserstoff entstehen soll. Foto: Manfred Herbertz Foto: Die Oberbadische

Zu einem Pressegespräch über die am Wasserkraftwerk in Wyhlen geplante Wasserstoff-Elektrolyseanlage hatte die Firma Energiedienst gestern Vormittag eingeladen. Unsere Zeitung nutzte die Gelegenheit, um einige Fragen zu stellen.

Grenzach-Wyhlen. Gegen den Bau der Anlage regt sich in Teilen der Bevölkerung Widerstand, auch eine Bürgerinitiative hat sich gebildet und sammelt Unterschriften gegen die „Power to Gas“-Anlage (wir berichteten).

Bei dem Projekt handelt es sich überdies um ein Forschungsprojekt zusammen mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Das Land Baden-Württemberg fördert es als „Leuchtturmprojekt“, wie Irene Knauber, Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung von ED, gestern beim Pressegespräch deutlich machte. Mit am Tisch saß Projektleiter Peter Trawitzki.

Bei einer Bürgerinformation im November hatte ED bereits ausführlich das Konzept vorgestellt (wir berichteten). Die geplante Anlage beschäftige die Menschen, räumten die ED-Vertreter gestern ein. Viele Ideen und Vorstellungen sind in der Diskussion, zum Beispiel ein alternativer Standort oder als Kritikpunkt die Nähe zum Naherholungsgebiet.

Grundsätzlich bekräftigte Irene Knauber nochmals die Fakten. Vor dem Hintergrund der Energiewende müsse man sich Gedanken machen, wie Energie aus erneuerbaren Ressource gespeichert werden könne, sagte sie. Eine Möglichkeit sei, Wasserstoff durch eine so genannte „Power to Gas“-Anlage (P2G) zu erzeugen.

Standortfrage

Dem Standort direkt am Kraftwerk habe man auch mit zu verdanken, die Förderung über 1,7 Millionen Euro zu bekommen. Die Anlage auf dem BASF-Areal zu errichten, wie von der Bürgerinitiative um Michael Kempkes gefordert, wäre zwar grundsätzlich möglich, sagte Knauber. Dies mache aber wenig Sinn, denn am Kraftwerk Wyhlen habe man den Anschluss direkt und müsse demzufolge weder Netzentgelte noch EEG-Umlage bezahlen.

Auch die vor Jahren einmal im Boden bis vor das BASF-Areal verlegte Starkstromleitung sei so einfach nicht zu nutzen. Man müsste sie aus den Netzbetrieb entflechten, denn sie wird teilweise für die öffentliche Stromversorgung genutzt, teilweise sei sie sogar vollständig abgehängt, sagte Knauber. Außerdem werde man das Grundstück bei BASF nicht gratis bekommen, was die Kosten für die Wasserstoff-Anlage weiter unangemessen nach oben treiben würde.

Flächenbedarf

Die Anlage mit einer geplanten Leistung von zwei Megawatt (MW) hat einen relativ kleinen Flächenbedarf. Maximal könnte aufgrund der Leistung des Wasserkraftwerks später einmal höchsten eine Anlage von zehn MW installiert werden. Doch bis dahin würden etliche Jahre ins Land ziehen, sagte Knauber – die nächsten zehn Jahre bestimmt nicht.

Peter Trawitzki ergänzte, dass mit einer Steigerung der Kapazität nicht automatisch eine Vervielfachung des Flächenbedarfs einhergehe. Bei zehn MW wäre der Flächenbedarf etwa doppelt so große wie bisher: „Und das bekommen wir locker innerhalb des Zaunes hin.“ Man werde das benachbarte Wiesengrundstück dafür sicher nicht benötigen.

Lastwagenfahrten

Nach derzeitigen Berechnungen sollte es zu etwa zehn Laster-Transporten pro Woche zur Anlage kommen, sagte Trawitzki. Die Entwicklung laufe aber darauf hinaus, dass sich die Transportkapazität pro Trailer verdoppeln werde, sodass sich die Zahl der Fahrten in absehbarer Zeit sogar halbieren lasse.

Entfernung

Der geplante Standort der Anlage direkt auf dem Kraftwerksgelände liege weit genug von der Wohnbebauung entfernt, auch stehe noch das Werkstattgebäude dazwischen. Von der öffentlichen Straße aus werde die Anlage kaum zu sehen sein, kündigte Knauber abschließend an.

Laut ED-Pressesprecher Alexander Lennemann ist die Dokumentation der vergangenen Bürgerinfo mit allen Fragen per sofort auf der Homepage von ED unter www.energiedienst.de abrufbar.

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