Grenzach-Wyhlen Freitag stärker als Samstag

Grenzach-Wyhlen - Die neue Coronaverordnung der Landesregierung hat am Freitag zu vollen Geschäften und leeren Einkaufsregalen in der Doppelgemeinde geführt. Doch der erwartete Ansturm für Samstag blieb überraschender Weise aus, wie unser Reporter und die Geschäfte feststellen mussten.

Samstag gegen zehn Uhr in der Grenzacher Ortsmitte. Normalerweise reihen sich hier die Fahrzeuge, hauptsächlich aus dem Süden, stetig aneinander. Die wenigen Parkplätze an der Basler Straße sind nur kurz – wenn überhaupt – frei.

Doch an diesem Samstag bot sich abermals das seit einem Jahr gewohnte Bild: Wenig Autos, wenig Menschen. Die Parkplätze der Discounter sind immerhin zur Hälfte gefüllt. Doch halten sich die schweizerischen und deutschen Fahrzeuge die Waage. Vorrangig aus den beiden Basler Kantonen kommen die Gäste.

In den Discountern kann man von einem fast „normalen“ Samstag sprechen, im Gleusen sind im dortigen Supermarkt grob die Hälfte der erlaubten 350 Personen am Einkaufen. Volle Regale zeigen, dass hier schnell reagiert werden konnte. Mitarbeiter konnten aus der Kurzarbeit zurückbeordert werden und freuen sich, wieder arbeiten zu können. Wer in der Doppelgemeinde wohnt, kennt meist mindestens einen Mitarbeiter und damit die Bedeutung des Einkaufstourismus für die Arbeitsplätze im Ort.

Ein Blick in die Discounterfilialen zeigt, dass hier längere Wege ein zeitnahes Hochfahren der Ressourcen erschwerten. Am Freitag war in einer Filiale bereits um zehn Uhr das komplette Milchprodukteregal leer. Beim anderen Discounter waren Obst und Gemüse nahezu leer, dazu viele weitere Regale. Entsprechend beschäftigt war das Personal am Freitag beim Nachfüllen – sofern möglich.

Der schweizweite Brückentag nach „Auffahrt“ wurde auch von weiter entfernten Kunden gerne genutzt, nach dem sogar die Schweizer Boulevardpresse auf der Titelseite bekannt gab, dass ab sofort der Einkaufstourismus ohne Quarantäne möglich sei. Das zeigte sich dann auch am Zoll, wo wieder mehr Menschen nach dem Einkauf ihre Zettel stempeln ließen.

Doch am Samstag dann kaum Auswärtige. Im Gespräch mit einem Paar mit Züricher Kennzeichen berichten diese, dass sie zum ersten Mal nach einem Jahr da sind. „Die Maultaschen vermisse ich sehr. Die bekomme ich nicht in der Schweiz“, erzählt die Frau. Aber nicht zum Einkaufen, sondern um die Oma zu besuchen, waren sie in Grenzach. Die nächsten Züricher waren in Basel zu Besuch und bekamen den Tipp, wegen des guten Fleisches einen Abstecher zu machen. Am Zoll ein ähnliches Bild: Viele Parkplätze sind frei. Keine Schlange vor dem Eingang. Ein Mann mit Zuger Kennzeichen freut sich zwar, wieder im Deutschen einzukaufen, doch auch er war primär zum Verwandtenbesuch da, wie er sagt. Immerhin: Ein Holländer aus Basel ist glücklich über die Öffnung, da er in der Schweiz seinen geliebten Gauda nicht bekäme, wie er sagt.

Gastronomie verunsichert

Ein Blick zur Gastronomie in Grenzach-Wyhlen zeigt ebenfalls noch ein defensives Bild. So belässt es das Wyhlener „Rössle da Franco“ trotz zehntem Geburtstag am Wochenende beim Außerhausverkauf, da aus Platzgründen die Verordnung kaum umzusetzen ist und eine Veränderung weitere Kosten mit sich bringen würde.

Im „Drei König“ Grenzach, der ebenfalls sein Essen „to go“ anbietet, wurden Samstag die Getränke geliefert, verbunden mit der Hoffnung ab der kommenden Woche wieder dauerhaft öffnen zu können.

Bereits am Samstag wiedereröffnet hat das Wyhlener Kickerstüble. Wie Eileen Krüger mitteilte, seien die Kunden aber häufig noch unsicher, welche Regelungen aktuell bestünden. Für die Nutzung der Innen- und Außenbereiche sind daher Voranmeldungen erwünscht, bei denen bei Bedarf offene Fragen geklärt werden können.

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