Grenzach-Wyhlen Gelungene Premiere für neues Vokalensemble

Martin Braun
Die elf Chorsänger, zusammen mit Pfarrer i.R. Axel Hüttner (rechts), als sprechender Evangelist und Henry van Engen dirigierend am Cembalo. Foto: Martin Braun

Etwa 50 Interessierte lauschten dem Konzert des neugegründeten Grenzacher Vokalensembles unter Leitung von Henry van Engen.

Das Konzert im  Chorraum von St. Leodegar war der erste Auftritt des elfköpfigen Ensembles, zur Aufführung kam die Matthäuspassion von Heinrich Schütz (1585-1672). Die Premiere des Vokalensembles geriet zum musikalischen Glanzlicht, wie auch an den begeisterten Reaktionen der Zuhörer abzulesen war.

Zur Einstimmung spielte van Engen am Cembalo von Johann Hermann Schein (1586 – 1630): „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ – ein Lutherlied.

Schütz war zu seiner Zeit Deutschlands Topmusiker. Er studierte als junger Mann noch vor dem „Dreißigjährigem Krieg“ (1618-1648) beim damals berühmten Giovanni Gabrieli (1554-1612), Organist am Markusdom in Venedig. Als dessen Starschüler hätte Schütz auch sein Nachfolger werden können. Aber er entschied sich für eine Stelle am sächsischen Kurfürstenhof in Dresden.

Im hohen Alter von über 80 Jahren komponierte Schütz seine Passionsmusiken, darunter die Matthäuspassion, für die man ihn bis heute kennt und schätzt. Die einstündige Matthäuspassion zeichnet sich aus durch eine Reduktion ihrer Mittel. Inhaltlich folgt sie der Passionsgeschichte über Jesus in zwei Kapiteln beim Evangelisten Matthäus: Abendmahl und Jesu Tod am Kreuz (Mt 26-27). In liturgisch einfach gehaltenen Gesängen berichtet da ein Erzähler. Und an markanten Stellen antwortet ihm der Chor. Außer dem Erzähler treten Personen der Passionsgeschichte auf, vor allem natürlich Jesus selbst, aber auch Pilatus und andere.

Das Besondere dieses Werkes ist, dass diese Passionsmusik a capella, ganz ohne instrumentale Begleitung also, daherkommt. Dies ist gerade für eine so neue Formation wie das „Grenzacher Vokalensemble“ eine große Herausforderung – die dieses jedoch bestens meisterte. Leiter van Engen unterstützte seine Sängerschar vom Cembalo aus mit Dirigat und einleitender Intonation. Diese war eine besondere Herausforderung, weil alle Sologesänge, vor allem aber auch der lange Part des Evangelisten in der Aufführung von Karfreitag nur gesprochen wurden. Ruhig in seiner Art, bewältigte Pfarrer i. R. Axel Hüttner als Evangelist dies meisterhaft. Bemerkenswert war auch die Leistung des Chorsängers (Bass) Karl Rillig in seiner Sprechrolle als Jesus. Auch das Schlussstück „Ehre sei dir, Christe, der du littest Not, an dem Stamm des Kreuzes, für uns den bittern Tod“ saß und hatte Qualität.

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