Grenzach-Wyhlen - Im den seit einiger Zeit schwelenden Streit um die Werkfeuerwehr von DSM in Grenzach ist Bewegung gekommen. Vertreter der Gewerkschaft IG BCE und des DSM-Betriebsrates sind zuversichtlich, für die bei DSM unter dem Dach der Firma „OneServe“ tätigen Werkfeuerwehrleute einen Haustarifvertrag abschließen zu können. Dieser soll bereits zum 1. Januar in Kraft treten.

Credo der Gewerkschafter

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ lautet dabei das Credo der Gewerkschafter. So soll sich der angepeilte Haustarifvertrag stark am gültigen Vertragswerk für die Chemische Industrie orientieren.

Hintergrund ist, dass die DSM-Blauröcke von der Firma „OneServe“ gestellt werden. Dies, seit der Gesetzgeber auch Fremdfirmen erlaubt hat, Werkfeuerwehren zu betreiben. Nur noch die beiden Einsatzleiter der DSM-Wehr sind seither „richtige“ DSM-Mitarbeiter, die 23 übrigen Einsatzkräfte am Standort Grenzach stehen auf der Lohnliste von „One­Serve“. Diese bietet den Feuerwehrdienst an, welchen DSM einkauft. Um das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (Stichwort: Übernahmepflicht von Leiharbeitern nach neun Monaten) zu umgehen und somit die Kosten für die werkseigene Wehr zu drücken, kritisieren die Gewerkschafter, habe DSM den Weg über „OneServe“ gewählt. Wie IG BCE-Bezirksleiter Wilfried Penshorn gestern im Rahmen eines Pressegesprächs verlauten ließ, ein in Baden-Württemberg bisher einzigartiges Konstrukt. Denn: DSM halte selbst 25 Prozent der Anteile an „OneServe“, die übrigen 75 Prozent die in Saarbrücken beheimatete Firma Vereinigte Sicherheitsunternehmen (VSU).

„Rechtliche Grauzone“

Im Moment, schiebt Penshorn nach, arbeite „One­Serve“ bei DSM in Grenzach eigentlich in einer rechtlichen Grauzone, denn noch liege das entsprechende Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium Freiburg. „Und das seit einem Jahr.“ Laut Klaus Keßner, stellvertretender Betriebsratschef bei DSM, gebe es für das aktuelle Vorgehen nur eine vorläufige Genehmigung.

Um lohntechnisch für Gerechtigkeit zu sorgen, verhandeln die IG BCE und VSU nun aktuell über einen Haustarifvertrag für „OneServe“ in Grenzach. Und zwar nur für dort, wie Klaus Keßner, Wilfried Penshorn und DSM-Betriebsratschef Michael Mattes gestern unterstrichen. Penshorn: „Beide Seiten müssen sich bewegen.“ Laut Keßner ist allerdings als Folge des sich abzeichnenden Tarifabschlusses zu erwarten, dass VSU die künftig anfallenden Mehrkosten an DSM weiterreichen werde. Dass das Unternehmen auch weiterhin eine eigene Feuerwehr unterhalten muss, steht übrigens außer Frage, ist DSM doch ein sogenannter Störfallbetrieb.