Grenzach-Wyhlen Heimat aus ungewohnter Perspektive

Die Oberbadische, 12.01.2018 22:05 Uhr

Der bekannte Filmemacher Gusty Hufschmid aus Bad Säckingen hat mit den Dreharbeiten für seinen Film über Grenzach-Wyhlen begonnen. Ab sofort freut sich Hufschmid, der ein umfassendes Porträt der Doppelgemeinde erstellen will, über Tipps, Hinweise und Vorschläge aus der Bevölkerung.

Grenzach-Wyhlen. Das Verlagshaus Jaumann mit seinen drei Zeitungen Die Oberbadische, Markgräfler Tagblatt und Weiler Zeitung begleitet als Medienpartner die Entstehung des Films. Die Premiere ist am Donnerstag, 29. November, im Haus der Begegnung. Unser Redakteur Tim Nagengast hat mit Gusty Hufschmid über das Konzept und die Hintergründe seines inzwischen zwölften Films gesprochen.

Frage: Herr Hufschmid, nach Produktionen über beispielsweise Schopfheim, Weil am Rhein, das Wiesental, das südliche Markgräflerland, Lörrach und zuletzt Bad Säckingen rückt nun Grenzach-Wyhlen in den Fokus Ihrer Kameralinse. Wieso gerade Grenzach-Wyhlen?

Für mich ist der Film über Grenzach-Wyhlen quasi eine Abrundung. Ich muss gestehen, dass ich die Gemeinde zuvor gar nicht wirklich gekannt habe, eigentlich nur vom Durchfahren her. Mit meinem Film schließe ich nun einen weißen Fleck auf der Landkarte. Denn ohne eine Produktion über die Doppelgemeinde wäre mein filmisches Schaffen über diese Seite der Region einfach nicht komplett. Aber je mehr ich mich mit Grenzach-Wyhlen beschäftige, desto mehr bin ich überrascht, welch umfassender Themenreichtum mich hier erwartet.

Frage: Genau das macht das Drehen sicher nicht einfacher, oder?

Sie sagen es! Schließlich soll aus rund 100 Stunden Filmmaterial ein am Ende etwa einstündiger Streifen entstehen.

Frage: Wie weit sind Sie denn mit Ihrer Arbeit?

Mein Team und ich stehen noch ziemlich am Anfang, denn wir wollen Grenzach-Wyhlen im kompletten Jahreslauf abbilden. Richtig los geht es für uns zur Fasnacht, wobei wir da bereits voriges Jahr schon ein paar Szenen gefilmt haben, etwa am Wyhlener Nachtumzug.

Frage: Das heißt, Sie filmen auch bei Veranstaltungen und nicht nur Landschaften und Sehenswürdigkeiten?

Selbstverständlich! Im Mittelpunkt des Films werden neben den von Ihnen genannten Punkten vor allem die Menschen aus Grenzach-Wyhlen stehen. Menschen, die man kennt, aber auch einige, die vielleicht nicht jeder kennt. Diese sollen zu Wort kommen.

Frage: Und nach welchen Kriterien wählen Sie diese Menschen aus?

Ich lese viel von und über Grenzach-Wyhlen, was dort so passiert, wer was macht. Zum Beispiel habe ich mir unlängst den neuen Bildband von Thomas Dix mit den Texten von Helmut Bauckner zu Gemüte geführt. Kompliment, ein wunderbares Buch! Ganz wichtig – mit am allerwichtigsten – sind für mich, damit der Film gelingt, aber Tipps und Hinweise aus der Bevölkerung. Meine Filme leben vor allem von neuen, auch versteckten Facetten. Sie sollen pures Infotainment sein. Ich möchte mit dem Grenzach-Wyhlen-Film vor allem gerade auch die Grenzach-Wyhlener selbst überraschen. Sie sollen Ihre Gemeinde aus interessanten, spannenden, auch unbekannten Perspektiven sehen. Deshalb kommen auch ein Multicopter, also eine Drohne, sowie eine Motion-Kamera zum Einsatz. Mein Film soll Werbung für Grenzach-Wyhlen, für seine Menschen, für das Leben dort machen.

Frage: Was werden Sie von Grenzach-Wyhlen alles zeigen?

Bisher ist das Filmkonzept noch nicht fertig. Wir sammeln gerade fleißig Material, aus dem am Schluss wie bei einem Puzzle etwas Ganzes entsteht. Neben den wichtigsten Veranstaltungen aber sollen im Film natürlich einige Sehenswürdigkeiten, dazu Menschen und ihre Geschichten, die Industrie und das Dorfleben, die Historie und örtliche Kultur präsentiert werden. Wenn man bei Grenzach-Wyhlen überhaupt noch von einem Dorf sprechen darf.

Frage: Naja, bisher hat die Gemeinde noch kein Stadtrecht beantragt...

Ich weiß, aber schauen Sie doch mal die Vielschichtigkeit Grenzach-Wyhlens an und welche Dynamik dort in vielen Bereichen herrscht! Sie finden hier sowohl einmalige Naturlandschaften wie den Altrhein, den Hornfelsen oder den Rührberg, dazu aber historische Gebäude einerseits und Niederlassungen global tätiger Großunternehmen andererseits. Genau das finde ich so spannend und reizvoll an Grenzach-Wyhlen.

Frage: In Ihrem Film über die Stadt Lörrach haben Sie mit sogenannten Kalenderblättern gearbeitet. Da wurden Sequenzen von Veranstaltungen aus dem Jahreslauf gezeigt. Wie werden Sie das in Grenzach-Wyhlen handhaben?

Ähnlich. Beim Lörrach-Film aus dem Jahr 2012 habe ich das erstmals so gemacht, und das kam wahnsinnig gut an. Der Rücklauf war gewaltig.

Frage: Haben Sie Ihr Filmteam für Grenzach-Wyhlen denn komplett?

Jein. Ich habe zwar sieben motivierte und gute Kameramänner, die für mich im Einsatz sind, aber es wäre ganz toll, wenn ich noch jemanden direkt aus Grenzach-Wyhlen fände, der gut filmen kann. Es ist wichtig, dass jemand vor Ort ist, der unkompliziert an ein Ereignis gehen und dort mit der Kameralinse draufhalten kann. Ich hoffe, es meldet sich bald jemand bei mir. Ich kann bei Bedarf sogar eine Profiausrüstung zur Verfügung stellen.

Frage: Ihre Filme tragen stets knackige, treffende Titel. Ich denke da beispielsweise an „Bad Säckingen – Mit Herz, Charme und Trompete“. Wie wird der Film für Grenzach-Wyhlen heißen?

Genau das steht noch nicht fest. Das Verlagshaus Jaumann als Medienpartner und ich werden dazu im Spätsommer einen Wettbewerb ausschreiben. Ich freue mich schon auf interessante Namensvorschläge. Was ich schon jetzt versprechen kann, ist: Es gibt schöne Preise zu gewinnen. Und die Siegerin oder der Sieger, dessen Titelvorschlag zum Zuge kommt, wird am Abend der Filmpremiere im Haus der Begegnung auf der Bühne vorgestellt.

Frage: Also vor Hunderten von Gästen...

Richtig. Wenn Sie meine bisherigen Filmpremieren erlebt haben, wissen Sie ja, was kommt. Die Säle sind rappelvoll, dass es eine Freude ist. Ich weiß aus etlichen Rückmeldungen, dass meine Filme ein Zeitdokument sind. Sie sind etwas, das man sich ansieht und in ein paar Jahren wieder hervorholt. Dazu verschenkt man sie gerne an alte Freunde oder weggezogene Verwandte, beispielsweise zum nächsten Weihnachtsfest.

Frage: Heimat ist auf eine Art ja „in“...

Heimat ist ein menschliches Grundbedürfnis. Noch schöner aber ist die Heimat, die man doch so gut zu kennen glaubt, wenn man sie aus einer Perspektive sieht, die man vielleicht nicht erwartet hat. Dazu geben wir dann Stück für Stück immer wieder etwas preis.

Frage: Wie kann ich das verstehen?

Neben regelmäßigen Veröffentlichung in der Oberbadischen über die Dreharbeiten wird zur Fasnachtszeit die eigene Facebook-Präsenz des Filmprojektes online gehen. Dort werde ich dann immer wieder mal Screenshots, also Einzelbilder, posten, wenn wir irgendwo gefilmt haben.

Frage: Gibt es weitere Partner, die das Entstehen des Films über Grenzach-Wyhlen begleiten?

(lacht) Natürlich die Oberbadische! Aber auch die Gemeinde ist mit im Boot. Dazu bin ich noch auf der Suche nach Sponsoren aus den Bereichen Handel, Gewerbe, Industrie und Banken. Wer zum Zuge kommen und damit Teil eines professionellen Zeitdokumentes werden möchte, melde sich bitte bei mir!

Wer Tipps und Hinweise für den Grenzach-Wyhlen-Film geben kann oder Sponsoringpartner werden möchte, wende sich an Gusty Hufschmid, Video+TV-Produktion, Salpetererstraße 4, 79713 Bad Säckingen, Tel. 07761/1355, E-Mail: info@ videokomplett.de.

Weitere Infos im Internet unter www.videokomplett.de

Der Veranstalter, Medienmann und bekannte Filmemacher Gusty Hufschmid (67) ist seit Jahrzehnten erfolgreich im Geschäft. Seinen ersten Film mit einem digitalen Altstadtführer produzierte er im Jahr 2008 unter dem Titel „Zauberhaftes Bad Säckingen“. Zur Premiere kamen damals mehr als 600 Zuschauer ins örtliche Gloria-Theater. Auf den Bad Säckinger Film folgten im Laufe der Jahre zehn Produktionen über Laufenburg, das Wehratal, Murg, Rheinfelden, Lörrach, Schopfheim, Weil am Rhein, das südliche Markgräflerland und  „Vom Feldberg bis an Rhy“ über die Wiese. Nach zehn Jahren entstand anno 2017 der zweite Bad Säckinger Film „Bad Säckingen mit Herz, Charme und Trompete“. Das Prinzip der Hufschmid-Produktionen ist das Filmen über zwölf Monate. Damit kann der Filmemacher eine Stadt oder eine Region und ihre Menschen über ein ganzes Jahr vorstellen. Texterin und Sprecherin ist auch beim neuen Filmprojekt über Grenzach-Wyhlen die ehemalige Rundfunkmoderatorin vom Hochrhein-Radio, Sabine Krüger. Diesen Radiosender hat Hufschmid einst gegründet.