Grenzach-Wyhlen Ist die junge Königin geschlüpft, ersticht sie ihre Konkurrenten

Doreen Buchholz und Christian Warmers am Bienenstandort am Rettenacker Foto: Willi Vogl Foto: Die Oberbadische

Von Willi Vogl

Grenzach-Wyhlen. „Nach dem Schwein und dem Rind ist die Biene das drittwichtigste Haustier“, macht Doreen Buchholz, die Vorsitzende des Imkervereins Grenzach-Wyhlen, auf die Bedeutung der einheimischen Honigproduzenten aufmerksam. Am Rettenacker, hoch über den Dächern Grenzachs, stehen die Magazinbeuten der Imkerin. Hier gehen die fleißigen Tiere von Ostern bis zum Spätsommer ihrer Sammeltätigkeit nach.

Carnika und Buckfast

Während man Bienen früher eher zum Broterwerb hielt, geschieht dies heute zumeist aus Idealismus. „Die Imker setzen inzwischen nicht mehr auf die dunkle Europäische Biene, sondern auf die Rassen Carnika oder auch Buckfast“, erläutert Schriftführer Christian Warmers die Entwicklung seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Deren Sanftmütigkeit und überdies größere Völker böten dem Imker einen angenehmeren Umgang bei gleichzeitig höheren Honigerträgen. Gut 20 Kilogramm seien möglich bei Völkern von bis zu 80 000 Bienen, weiß Warmers.

„Einwinterung“

Aktuell werden die Bienenvölker winterfest gemacht. Dazu werden die Magazinbeuten verkleinert, die Fütterung mit Zuckerwasser begonnen und die Bienen gegen die Varroamilbe geschützt. Wer entsprechende Maßnahmen gegen diesen aus Asien kommenden, gefährlichen Bienenschädling nicht ernst nehme oder zu spät mit Ameisensäure und Oxalsäure dagegen vorgehe, müsse mit dem tödlichen Verlust seiner Bienenvölker rechnen. „Auch der Grünspecht kann bei großer Kälte hier vor Ort ein Problem für die Bienen sein.“ Dem könne man jedoch mit Netzen um die Magazinbeuten begegnen.

Mit 5000 bis 10 000 Bienen kommt ein Volk über den Winter. In einer sogenannten „Wintertraube“ wärmen sie die Königin und garantieren auch bei Minusgraden eine Temperatur von 35 Grad Celsius in der Mitte des Magazins.

Frühlingserwachen

Im Frühjahr nimmt die Anzahl der Bienen wieder zu, junge Königinnen schlüpfen, und die alte Königin schwärmt mit einem Teil ihres Volkes zu einem neuen Nistplatz auf. „Die junge Königin, die zuerst schlüpft, piepst, während sie ihre noch nicht geschlüpften Konkurrentinnen in den anderen Waben totsticht“, beschreibt Buchholz eine Kommunikationsform, die man als Außenstehender so wohl kaum erwartet.

Neueinsteiger

Die Wege zum eigenen Bienenvolk können vielfältig sein. Während Doreen Buchholz dem Imkervorbild ihres Vaters gefolgt ist, wurde Christian Warmers durch einen Vortrag neugierig und hatte danach die Möglichkeit, ein Jungvolk zu übernehmen. Mit der Zeit lerne man dann, wie man sich fachgerecht einer Beute nähert, welche Zusammenhänge es zwischen den Honigsorten, den Standorten der Bienenstöcke und der jeweiligen Jahreszeit gibt, mit welcher Nahrungskombination man seine Bienen verantwortungsbewusst überwintert oder wie man seinen Honig korrekt deklariert.

Als Berater gefragt

Zunehmend ist der Imkerverein Grenzach-Wyhlen auch beratend tätig, wenn es darum geht, welche insektenfreundlichen Pflanzen im eigenen Garten Sinn ergeben oder wie landwirtschaftliche Flächen mit Hecken angereichert werden sollten. „Hier sehen wir auch unsere gesellschaftliche Verantwortung“, verweist Buchholz auf eine weitere, immer wichtiger werdende Nebentätigkeit ihres Vereins.

Weitere Informationen: Wer sich für Bienenhaltung interessiert, hat am 13. November und am 11. Dezember Gelegenheit, mit den Vereinsmitgliedern ins Gespräch zu kommen (siehe Kontaktdaten).

Mitglieder: 22

Vorsitzende: Doreen Buchholz, Tel. 07624/98 35 98,

E-Mail-Kontakt: imkerverein-gw@gmx.de

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