Grenzach-Wyhlen Katholiken haben Haushaltssperre

Grenzach-Wyhlen - Die katholische Kirchengemeinde Grenzach-Wyhlen kämpft mit einer Haushaltssperre. Diese wurde ihr „von oben“ auferlegt. Hintergrund ist die angestrebte Reform „Kirchenentwicklung 2030“.

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Michael Oertlin und seine Stellvertreterin Elisabeth Mattes informierten die Gläubigen jüngst im Rahmen einer Pfarrversammlung über die weitreichenden Entwicklungen der vergangenen eineinhalb Jahre.

Im Rückblick wurde kurz das im vergangenen Jahr eingeführte institutionelle Schutzkonzept (wir berichteten) erläutert. Es soll Kinder, Jugendliche, aber auch erwachsene Schutzbefohlene vor jeglicher Art von Gewalt schützen.

Gebäudekonzeption liegt auf Eis

Neben der Verabschiedung eines Zukunftsbilds lag der Fokus der Arbeit des Pfarrgemeinderats aber zuletzt auf den Finanzen, da der Doppelhaushalt 2018/19 seitens der katholischen Verrechnungsstelle und der Erzdiözese nicht genehmigt worden ist. Mattes betonte, dass die Kirchengemeinde nicht über ihre Verhältnisse gelebt habe: „Die Umstellung der Buchhaltung auf das Doppiksystem sowie die Einführung einer Bausubstanzerhaltungsrückstellung führten zu einem großen Defizit.“ Der Kirchengemeinde Grenzach-Wyhlen wurde daher eine Haushaltssperre auferlegt, wie Oertlin fortfuhr. Der Aufforderung, ein Pastoral- und Gebäudekonzept vorzulegen, sei man in den vergangenen Monaten nachgekommen. Eine Bestandsdatenerhebung über die Gebäude der Kirchengemeinde sei abgeschlossen worden.

Was nun nicht nur im Gremium für Verärgerung und Verwirrung sorgt: Wegen der angestrebten Reform „Kirchenentwicklung 2030“ hat das erzbischöfliche Ordinariat jegliche Prozesse der Gebäudekonzeption auf Eis gelegt. „Wir wissen nicht, wie wir das nun auflösen sollen“, gestand Oertlin.

Territorialer Neuzuschnitt geplant

Hintergrund ist der Plan einer territorialen Neugestaltung der katholischen Strukturen. Die derzeit 224 Kirchengemeinden im Erzbistum Freiburg sollen zu 40 neuen Pfarreien umgebaut werden, die wiederum von jeweils einem „Pastoralen Zentrum“ gelenkt werden sollen. Bereits im kommenden Jahr soll eine Beschlussvorlage entwickelt und 2021 verabschiedet werden. Erst dann wird vielleicht klar, wo welche Gebäude für welche Zwecke noch benötigt werden.

Nicht unwahrscheinlich scheint, dass die acht Kirchengemeinden des Dekanats Wiesental, das annähernd deckungsgleich mit dem Landkreis Lörrach ist, zu einer Einheit verschmelzen werden, in der dann 64 000 Katholiken in 29 Gemeinden, den dann ehemaligen Pfarreien, leben.

„10plus“-Stelle wird neu ausgeschrieben

Wyhlens Kindergartenleiterin Gabriele Bieger erinnerte daran, auch an das betroffene Personal zu denken: „Hinter diesen Zahlen stecken Menschen, die von der Umstrukturierung betroffen sind.“ Benno Westermann bedauerte hingegen, dass die Kirchenleitung bestehende Probleme nur verschiebe, anstatt diesen mithilfe von Änderungen im Weiheamt entgegenzuwirken.

Michael Oertlin dankte für die Hinweise und bemerkte, dass auf der Homepage zum Prozess „Kirchenentwicklung 2030“ Eingaben gemacht werden können.

Auf Nachfrage zum Stand der ökumenischen Jugendreferentenstelle (Jugendbüro 10plus) konnte zumindest noch eine gute Nachricht mitgeteilt werden: Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Ausschreibung der Stelle.

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