Marion Dammann feierte in der jüngsten Sitzung des Kreistags am Mittwochabend eine Premiere: Erstmals übergab die Landrätin die Staufer-Medaille des Landes Baden-Württemberg. Geehrt wurde Heinz Intveen, der seit knapp fünf Jahrzehnten kommunalpolitisch aktiv ist.

Von Adrian Steineck

Grenzach-Wyhlen. „Sie sind ein Kommunalpolitiker mit Leib und Seele“, attestierte Dammann dem Geehrten. Zugleich staunte sie darüber, wie Intveen seine zahlreichen Ehrenämter über all die Jahre unter einen Hut gebracht habe.

Intveen war im Jahr 1971 als jüngstes Mitglied in den Gemeinderat der damals noch eigenständigen Gemeinde Grenzach gewählt worden, dem Gemeinderat Grenzach-Wyhlen gehört er seit 1975 an. Intveen hatte unter anderem von 1979 bis 2014 dem Kreistag angehört und war auch als Fraktionsvorsitzender der SPD aktiv.

In Grenzach-Wyhlen hat Intveen unter anderem die Gründung des Vereins für Heimatgeschichte vorangetrieben und sich für die im Jahr 1990 begründete Partnerschaft mit dem italienischen Pietrasanta stark gemacht.

Als „erfahrenen Streiter“ würdigte Dammann den Oberstudiendirektor im Ruhestand, der gleichwohl bis heute ehrenamtlich aktiv ist. Er gehört unter anderem dem Regionalverband Hochrhein-Bodensee an.

Ohne die Familie wäre es nicht gegangen

Intveen selbst zeigte sich angesichts der Ehrung bescheiden. „Andere sitzen doch genauso lange wie ich im Kreistag“, sagte er und dankte seiner Familie: „Ihr habt mir das ermöglicht.“ Intveen, der mehr als 40 Jahre auch im Sportverein aktiv war, erinnerte an den FC Kreistag, dem er Anfang der 1980er-Jahre angehörte. „So etwas müsste man heute wieder gründen“, sagte er mit einem Augenzwinkern.

Zudem erinnerte er an die Initiative für bleifreies Benzin im Landkreis Lörrach, die Intveen und seine Kreistagskollegen damals gegen manche Widerstände umgesetzt haben und die Lob und Anerkennung sogar beim damaligen Ministerpräsidenten Lothar Späth fand.

Bei seinem Engagement sei es bis heute seine Devise, sachlich zu argumentieren und Ursachen aufzuzeigen, aber dabei niemals zu überrumpeln oder zu bluffen. „Es gehört für mich zur Demokratie, dass ich niemals versuche, andere auf Biegen und Brechen von meiner Meinung zu überzeugen, sondern dass ich die Lösung suche, welche für alle die beste ist.“ Er bevorzuge als Kommunalpolitiker das elegante Florett. Über die Staufer-Medaille, die das Konterfei von Friedrich Barbarossa trägt, freute er sich schon allein deshalb, weil er bereits 1977 mit seinen Schülern eine Ausstellung zu den Staufer-Kaisern besucht hat.