Von Manfred Herbertz

Grenzach-Wyhlen. Gut besucht war am gestrigen Rosenmontag wieder das „Mehlsuppelöffle“ im Festsaal des Hauses der Begegnung. Was einst von der „Zwätschge-Huuser -Clique“ ins Leben gerufen wurde, wird jetzt von den Zunftspielern weitergeführt.

Getreu dem Motto „Jede, wo will, cha do uffecho und sini Worte zu uns spreche“ (O-Ton Ozume Marcus Schär) gab es auch gestern wieder eine Reihe von humorvollen Beiträgen, die die Mehlsuppe (gestiftet vom Gasthaus „Kraftwerk“) und die Zibelewaie (spendiert von „Sieger“ Grether) mit närrischen Wortspielen würzten.

Im Mittelpunkt stand dabei wie erwartet die Wahl von Dr. Tobias Benz zum neuen Dorfschultes. Ein Lob gab es zudem von „Fetze“ Heinz Weiß für den neuen Burgi: „Nix gege de Lutz, aber de Benz ist de erschti Burgi, der mit an d‘ Bar chunnt. “

Schon die ersten Akteure sorgen für wahre Lachsalven: Frau Merian (Heinz „Henry“ Leppert) und Frau Sarasin (Siegfried „Sieger“ Grether) machten sich so ihre Gedanken über Gott und die Welt, vor allem über die Schweizer. Da müssen die Zöllner am Hörnle schon eine Stunde früher zum Dienst kommen, denn dann ist Hanteltraining für sie angesagt, damit sie beim Stempeln der vielen Ausfuhrscheine keine Sehnenscheidenentzündung bekommen. Heinz Leppert glänzt dabei in seiner langjährigen Paraderolle. Und die beiden wussten auch genau, warum Benz das Rennen unter den acht Kandidaten gemacht hat: „Ein Wyhlener wählt doch keinen Grenzacher.“ Die beiden kalauerten in bester Manier und mussten dabei oft selbst über sich lachen.

Abschließend gab es noch eine Hommage von Grether an Heinz Leppert, der über Jahrzehnte die Grenzacher Saalfasnacht mitgeprägt hatte.

Die Wyhlener Schnitzelbänkler zeigten sich von ihrer besten Seite und förderten in wohlgeformten Versen so manches Missgeschick zutage, darunter, dass der neue Burgi schon von den „Grenzach-Wyhlener Schugger-Müsli“ ein Strafzettelchen ans Auto geheftet bekam (siehe Bericht auf der ersten Grenzach-Wyhlen-Seite).

Später kamen noch die „Freibänkler“ mit ihrer Schlachtplatte, die in dem Vers gipfelte: „In der Gemeinde git mer sich als Stenz und gönnt sich e nagelneuen Benz“.

Annette Grether wusste, warum der Grenzacher Narrenbaum in Richtung Wyhlen umgefallen ist: Bäume lässt man da, wo ihre Wurzeln sind, dieser nämlich stammte aus Wyhlen.

Rolf Schaller, närrisches Urgestein aus Wyhlen, schloss das „Mehlsuppelöffle“ mit wohlgesetzten Reimen, die über – was wohl? – die Bürgermeisterwahl bis hin zu Conchita Wurst und Uli Hoeneß reichten. Auch die wenig einladende Grünschnittsammelstelle fand zum Schluss Schallers Gnade nicht: „Ob Mann, ob Kind ob Frau, dört wirsch dreckig wie e Sau.“