Grenzach-Wyhlen Perfektes Zusammenspiel begeistert

Die Oberbadische, 21.07.2017 23:03 Uhr

Die monatelange Vorbereitung hat sich gelohnt. Die Besucher der Premiere von „Natürlich Blond!“, dem neuen Stück der Musical-Company des Lise-Meitner-Gymnasiums (LMG), erlebten am Donnerstagabend in der Hochrheinhalle eine perfekte Vorstellung.

Von Rolf Reißmann

Grenzach-Wyhlen. Eigentlich steht bei Konzertberichten ja erst am Schluss, wie die Technik funktioniert hat. Hier sollen die Teams für Licht und Ton sowie die Bühnenmannschaft gleich am Anfang genannt werden. Denn obwohl die Technik von Profis aufgebaut worden war, wurde sie von Schülern bedient – unter Anleitung der Fachleute –, und die haben das ganz toll gemacht. Ebenso sprachen viele Zuschauer über den gelungenen und blitzschnellen Umbau auf der Bühne. Während links die Darsteller noch spielten, wurden rechts die Kulissen für die nächste Szene leise in ihre Positionen geschoben.

Überhaupt verblüffte das Bühnenbild durch seine abwechslungsreiche Einfachheit. Die variablen Lichttürme setzten farbige Akzente, neben groben Bühnenelementen fielen Details auf wie alte Trockenhauben oder die Registrierkasse.

Zur Premiere von „Natürlich Blond!“ bot Isabell Schneider eine saubere und überzeugende Darstellung der Hauptfigur Elle Woods. Wandlungsfähig zeigte sie sich, spielte das ungezähmte Temperament ebenso sicher aus wie die nachdenkliche Gewissenhaftigkeit. Gleichfalls überzeugend war Emma Gliesche als Paulette.

Bei den männlichen Darstellern ragte Elvis Bejtovic als Emmet heraus; anfangs etwas unscheinbar, wie die Rolle es vorgibt, platzte er später mit seinem Temperament heraus.

Sicherlich ist es der Geschichte zuzuschreiben, dass diese Rollen auffielen, sie sind schließlich die Hauptpersonen. Deshalb wäre es nur ungerecht, die vielen anderen dahinter verschwinden zu lassen.

Sicherlich bringen Ulrike und Thomas Vogt als Leiter der Musical-Company am LMG eine Menge Erfahrungen aus früheren Inszenierungen ein. Die viele Arbeit hat sich gelohnt, in der Premiere gab es keine Patzer; kleine Unstimmigkeiten wie etwa unbeabsichtigt fallende Utensilien wurden sicher überspielt. Da zeigten sich Talente, die hoffentlich auch weiter gefördert werden. Ein sicheres Geländer vor allem für die Solisten bei den Songs bot die Band; ihr gehörten fast nur Erwachsene an.

Eine Idee, die beim Publikum gut ankam, waren die kleinen Lokalbezüge in den Texten. Als die etwas überdrehte Elle an der Harvard-Universität gefragt wurde, woher sie den komme, folgte nicht die richtige Antwort „Los Angeles“, sondern „vom Neufeld“. Später wurde ihr Ansehen beim strengen Juraprofessor gefestigt, weil sie kein Befürwortungsschreiben des Senators, sondern von Gymnasialleiter Manfred Stratz vorwies. Solche Kleinigkeiten machen eben selbst eine in der Ferne spielende Geschichte sehr sympathisch.

Am Schluss gab es minutenlangen Applaus für die gelungene Inszenierung. Schade nur, dass zur Premiere nicht alle Plätze in der Hochrheinhalle besetzt waren; etwa ein Viertel der Stühle war leer geblieben.

Weitere Informationen: Weitere Aufführungen sind heute, 22., und morgen, 23. Juli, jeweils ab 20 Uhr in der Hochrheinhalle Wyhlen.