Grenzach-Wyhlen Rechtzeitig an die Zukunft denken

Guter Start: Zum ersten Unternehmerfrühstück hatte die Wirtschaftsförderung der Gemeinde am gestrigen Dienstagmorgen in den „Rührberger Hof“ eingeladen. Rund 50 Gäste waren zur Premiere gekommen. Foto: Manfred Herbertz Foto: Die Oberbadische

Das erste „Unternehmerfrühstück, zu dem die Wirtschaftsförderung der Gemeinde gestern Morgen in den „Rührberger Hof“ eingeladen hatte, ist auf enorme Resonanz gestoßen. Das Vortragsthema „Unternehmensnachfolge“ hatte offenbar einen Nerv getroffen. Unter den fast 50 Gästen waren unter anderem Handwerker, Unternehmer, Geschäftsführer, Banker und Einzelhändler.

Von Manfred Herbertz

Grenzach-Wyhlen. Bürgermeister Tobias Benz und Wirtschaftsförderin Silke d’Aubert freuten sich, dass zur Premiere derart viele Interessierte gekommen waren. Das Unternehmerfrühstück soll laut Benz eine Netzwerkplattform für die örtlichen Wirtschaftsakteure werden und künftig in regelmäßigen Abständen stattfinden.

Der Bürgermeister betonte, das Thema „Nachfolge“ sei nur eines von vielen Problemen, mit denen sich insbesondere Handwerksbetriebe konfrontiert sähen. Auch fehlender Nachwuchs sei ein Feld, das es zu beackern gelte. Hier wünscht sich Benz Signale von der Politik, das Handwerk aufzuwerten: „Das ständige Schlechtreden der dualen Ausbildung muss endlich aufhören.“

Ein Impulsreferat zum Thema „Unternehmensnachfolge“ trug Nils Hodapp von der Handwerkskammer Freiburg vor. Er gehört dort der Abteilung Zukunftswerkstatt an. Der Referent versuchte auch, das Thema für Grenzach-Wyhlen zu beleuchten. In der Doppelgemeinde erwirtschaften demnach 142 Handwerksbetriebe fast 100 Millionen Euro Umsatz. Der Altersdurchschnitt der Inhaber liege bei rund 50 Jahren.

Hodapp sagte, bedingt durch den demografischen Wandel fehlten dem Handwerk nicht nur Auszubildende und Fachkräfte, sondern auch Nachfolger. Man habe festgestellt, dass gerade bei jungen Handwerkern vielfach die Bereitschaft und auch der Mut fehle, in die Selbstständigkeit zu gehen. Aber ohne geeignete Nachfolger drohe in der Region der Verlust von Know-how, von Wertschöpfung sowie von Arbeits- und Ausbildungsplätzen.

Auf der anderen Seite sei festzustellen, dass rund 50 Prozent der Inhaber derzeit unentschieden sind, wie eine Übergabe erfolgen könne. Hier sei es wichtig, für jeden einzelnen Betrieb individuelle Konzepte zu erarbeiten. Die IHK biete dafür Hilfestellung an, sagte Hodapp in seinem „IHK-Werbeblock“.

Nach dem Referat gab es in kleinen Gruppen beim Frühstück einen intensiven Erfahrungsaustausch. Das Handwerk habe Risiken und Chancen, wurde festgestellt, aber es gelte, die Chancen mehr herauszustellen.

Das Ziel, den Austausch der Unternehmer untereinander zu fördern und in lockerer Atmosphäre aktuelle Trends aufzugreifen, sei erreicht worden, freute sich d’Aubert.

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