Grenzach‐Wyhlen. Roche beginnt nach den Vorbereitungen am Montag mit der konkreten Sanierung ihres Teils der Kesslergrube in Grenzach-Wyhlen. Dazu wird zunächst ein provisorischer Schiffsanleger gebaut.

Bekanntlich saniert Roche den westlichen Teil der Altablagerung in der Kesslergrube (Perimeter 1 und Teile von Perimeter 3). Dabei wird der gesamte, mit Abfällen belastete Boden geschützt unter einer Einhausung vollständig ausgehoben, in gasdichten und havariesicheren Spezialcontainern abtransportiert und thermisch entsorgt wird. Hierbei hat der Schutz von Mensch und Umwelt das Pharmaunternehmen höchste Priorität.

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Der Schiffsanleger am Rheinuferweg auf deutscher Seite bei Rhein-Kilometer 161,6 dient dazu, die Logistik der Sanierung zu unterstützen. Damit können Lastwagen-Fahrten durch Grenzach-Wyhlen reduziert werden. Die Kombination der Verkehrsträger Schiene, Straße und Wasser führt zu einer höheren Flexibilität und zu einer Reduzierung der Gesamtsanierungsdauer um ein Jahr.

Die zuständigen Behörden haben das Bauprojekt für den neuen Schiffsanleger mit einer Länge von rund 130 Meter sowie die dazu notwendige Rheinuferaufschüttung unter strengen Auflagen zum Schutze der lokalen Fauna und Flora bereits Ende 2014 bewilligt. Das Bauwerk wird ab Ufer-Wasserlinie ungefähr 15 bis 20 Meter in den Rhein hinein reichen. Damit ist sichergestellt, dass genügend Tiefgang zum Anlegen der Schiffe vorhanden ist und gleichzeitig die Fahrrinne für die Binnenschifffahrt nicht beansprucht wird.

Am kommenden Montag erfolgt mit dem Beginn der Vorschüttung des Rheinufers von Land aus der Start der Bauarbeiten. Die Arbeiten zur Vorschüttung dauern rund vier bis sechs Wochen. Im Anschluss werden auf der Vorschüttung die Spundwände erstellt. Die Arbeiten für den Bau des Schiffsanlegers werden voraussichtlich bis Ende April 2016 andauern. „Da sämtliche Arbeiten im Zusammenhang mit dem Bau des Schiffsanlegers von Land aus und größtenteils außerhalb der Saison ausgeführt werden, haben die Rheinnutzer während der Bauzeit nur mit geringfügigen Beeinträchtigungen zu rechnen. Jedoch wird auf der Köchlinstraße ein erhöhtes Verkehrsaufkommen durch die eingesetzten Laster erwartet. Im Tagesverlauf kann dabei zeitweise auch Baulärm auftreten“, sagt Richard Hürzeler, Gesamtprojektleiter Kesslergrube Perimeter 1/3-NW und globaler Roche-Verantwortlicher für Altlasten.

Roche wird parallel beim Regierungspräsidium Freiburg eine Genehmigung beantragen, den temporären Schiffsanleger ebenfalls für den Umschlag von Bodenaushub in gasdichten und havariesicheren Spezial-Transportcontainern auf Rheinschiffe nutzen zu können. Dadurch kann die Anzahl von Transporten auf der Straße zusätzlich vermindert werden.

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten für den Perimeter 1/3-NW, also voraussichtlich im Jahr 2020, wird Roche die temporäre Schiffsanlegestelle vollständig zurückbauen. Im Anschluss werden das Areal und die Uferzone in enger Zusammenarbeit mit den Umweltorganisationen und dem Fischereiverein hochwertig renaturiert.