Grenzach-Wyhlen Roche baut sich ein neues „Herz“

Die Oberbadische, 05.12.2017 22:02 Uhr

Die Firma Roche dreht das große Rad: Mit dem Bau eines „Flexible Office Buildings“ (FOB) schafft sich der Pharma-Riese ein neues „Herz“ am Standort Grenzach. Die Grundsteinlegung ist im Mai oder Juni 2018. Um Platz zu schaffen, wurde in den vergangenen Tagen der arg in die Jahre gekommene Bau 45 abgerissen. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei rund 50 Millionen Euro.

Von Tim Nagengast

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Grenzach-Wyhlen. Das Vorhaben ist ambitioniert. Bereits im Lauf des Jahres 2020 soll das neue, flexibel strukturierte Büro- und Veranstaltungsgebäude bezogen werden. Die Zahlen, mit denen Roche dabei aufwarten kann, sind beeindruckend. Auf vier Etagen sollen 10 000 Quadratmeter neue Büroflächen entstehen, das Erdgeschoss wird voll verglast.

Herzstück des FOB wird ein in drei Raumeinheiten teilbares Auditorium. Es soll zwei Etagen hoch werden und 500 Plätze samt Konzertbestuhlung fassen. Drumherum gruppieren sich laut Planung ringförmig 200 Büroarbeitsplätze, eine „Meeting-Area“ sowie Besprechungs- und Konferenzräume.

Die Architektursprache des FOB wird einerseits „Roche-typisch“, sich andererseits aber „auch etwas abheben“, wie Rainer Paul Erny, Team Lead Facility Management bei Roche, das Konzept umschreibt. Dem markanten Bau werde ein „Alleinstellungsmerkmal“ auf dem Firmengelände zukommen, „und das auch von der Dimensionierung her“. Mit einer Höhe von 24 Metern wird der neue Zentralbau alle anderen Roche-Bauten überragen. „Wir schaffen bewusst ein prägendes Gebäude“, ergänzt Jochen Klein, Leiter Procurement und Facility Management. „Man soll sehen: Hier spielt die Musik.“

Pforte wird verlegt

Aus diesem Grund wird sich auch im Umfeld etwas ändern. Geht das neue FOB in Betrieb, will Roche die Zugangspforte an der Emil- ­Barell-Straße um einige Meter verschieben und sie auf Höhe des Neubaus verlegen. Denn auch die Besucheranmeldung wird dann im Erdgeschoss des neuen Gebäudes untergebracht – mitsamt Aufenthaltsbereich und kleinem Bistro.

Zentral Anlaufstelle

Das „Flexible Office Building“ wird somit künftig für jeden Besucher, der das Werksgelände betritt, zur ersten Anlaufstelle. Die Verschiebung der Zufahrtspforte hängt aber auch mit dem geplanten Bau der Ortsumfahrungsstraße „B 34 neu“ zusammen, wie Roche-Sprecher Cornelius Wittal ergänzt. „Spätestens dann müsste diese Pforte ohnehin weg, da sie dem geplanten Straßenverlauf ein stückweit im Weg ist.“

Das FOB wird 52 mal 37 Meter breit und ist somit von der Kubatur her deutlich größer dimensioniert als der gestern abgebrochene Bau 45. Aus der Luft betrachtet rundet das FOB künftig die „Piazza“, wie sie im Unternehmen genannt wird, ab, um welche herum sich die weiteren Firmengebäude gruppieren. Der Neubau hat zudem an jeder seiner „geschnittenen“ vier Ecken je ein verglastes Treppenhaus samt Aufzugschaft. „So kann man den ganzen Campus immer aus einer anderen Perspektive sehen“, freut sich Erny.

Pavillon aus Holz

Mit dem Bau des „Flexible Office Building“ ist es noch nicht getan. Zwar ist es das Herstück, aber doch nur ein Teil eines auf Jahre angelegten Standortentwicklungskonzeptes bei Roche Pharma in Grenzach.

Ein weiterer Baustein wird ein hölzerner Pavillon, für dessen Entstehung das Baufeld bereits abgeräumt ist. In diesem Gebäude soll Raum für 50 Arbeitsplätze entstehen. Sowohl vom inneren als auch vom äußeren Zuschnitt her hat der geplante Neubau etwas Experimentelles, wie Wittal erläutert. So ragen zwei „Gebäudefinger“ ins Grün hinein, ohne den Baumbestand groß zu tangieren. Drinnen will das Pharma-Unternehmen dann neue Arbeitsplatzformen testen, darunter das „Desk-Sharing“. Mithilfe von Rückmeldungen der Belegschaft soll es dann noch Optimierungen geben, ehe das neue Bürokonzept auch sukzessive auf den übrigen Gebäudebestand ausgeweitet wird. Der Holzpavillon, für den Roche rund 2,6 Millionen Euro ausgibt und der in sechs bis sieben Monaten fertiggestellt sein soll, dient somit auch als Experimentierfläche.

 
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