Hasel Führerlos durch die Erdmannshöhle

Die Gemeinde Hasel will die Erdmannshöhle als „führerlosen Betrieb“ gestalten. Foto: Archiv

Nach der Sommerpause trat der Hasler Gemeinderat erstmals wieder zusammen. Einstimmig folgten die Räte dem Beschlussvorschlag zur Vergabe von elektronischen Maßnahmen unter dem Projekttitel „Erdmannshöhle Hasel: Umstellung auf führerlosen Betrieb“.

Von Gudrun Gehr

Hasel. Zunächst war im Haushalt aufgrund einer groben Schätzung ein Betrag von 32 000 Euro eingestellt worden. Der letztendlich mit dem Förderantrag beim Naturpark Südschwarzwald eingereichte Kostenplan der Spezialfirma ging von förderfähigen Gesamtausgaben von rund 53 000 Euro aus. Hiervon konnte ein Anteil in Höhe von 60 Prozent, also 26 700 Euro, gefördert werden.

Ziel des Projektes sind selbstgeführte Erlebnistouren. Der Zuschuss wurde zwischenzeitlich abgesegnet. Nach einer weiteren Begehung mit Blick auf mögliche Problematiken bei einem führerlosen Verkehr wurde von der auf Höhlenlicht spezialisierten Firma nochmals ein konkreteres Angebot angefordert.

Die Fachfirma hatte bereits 2014 das ebenfalls vom Naturpark Südschwarzwald geförderte Projekt „Energetische Sanierung der Erdmannshöhle“ professionell ausgeführt.

Für die Herstellung von Info-Tafeln wurde ein Angebot eines Grafikbüros eingeholt. Die Schilder sollen im selben Design erscheinen wie die Infotafeln der beiden Erdmannswege und insbesondere auch das „Erdmännchen“ einbeziehen.

Gemeinderätin Renate Scholz kritisierte, dass sich im Angebotsumfang kein Audio-Guide-System befinde, dieses würde lediglich durch Schautafeln ersetzt. Bürgermeister Helmut Kima verwies auf den Probelauf des Systems, das später durchaus nachgerüstet werden könnte.

Kima gab bekannt, dass ein Auftrag zu gesetzlich vorgeschriebenen Kanalreinigungsmaßnahmen vergeben wurde. Die Maßnahme war aufgrund des vorgegebenen Zeitrahmens in der Sommerpause nach einem Umlaufverfahren bei den Gemeinderäten beschlossen worden. Den Auftrag erhielt ein Kanalreinigungsunternehmen aus Steinen zur Angebotssumme von rund 34 000 Euro.

Ein Bürger teilte mit, er habe festgestellt, dass in der Pandemiezeit vermehrt Wohnmobile beim Parkplatz der Höhle aufgestellt werden. Er fragte an, ob es nicht möglich sei, den Benutzern Strom und Wasser zur Verfügung zu stellen. Helmut Kima sicherte zu, entsprechende Nachprüfungen vorzunehmen.

Helmut Kima erklärte, dass der derzeit verwendete Gemeindetraktor nach 22 Jahren Nutzung infolge Reparaturen unrentabel geworden sei. Daher wurden in den letzten Monaten mehrere ausführliche Besichtigungen und Probefahrten möglicher Neuerwerbungen durchgeführt. Zunächst musste festgestellt werden, welche Grundausrüstungen für das Hasler Gemeindegebiet überhaupt erforderlich sind. Nun hatte die Gemeindeverwaltung vier vergleichbare Angebote über Traktoren mit der einheitlichen Basisausrüstung eines Planierschildes und Heckladers eingeholt. Die in Frage kommenden Optionen wurden den Bauhofmitarbeitern und dem sachkundigen Gemeinderat Simon Geiger vorgelegt.

Zu einer abschließenden Auswertung wurde auch der Bauhofleiter von Wehr eingeladen. Gemeinsam überprüfte man Kriterien wie Preis, Preis-Leistungsverhältnis, Komfort und Qualität.

Das nun anvisierte Neufahrzeug beinhaltet als Zusatzpaket unter anderem eine Kommunallackierung, ein Kamerasystem für Frontgeräte sowie eine elektronische Schneepflugentlastung. Der Preis des Fahrzeuges beträgt rund 144 000 Euro. Die Investitionshilfe über den Ausgleichsstock des Regierungspräsidiums beläuft sich auf 100 000 Euro. Die Gemeinde hatte Investitionshilfen von 120 000 Euro beantragt. Die Gemeinderäte folgten bei einer Gegenstimme dem Beschlussvorschlag zur Anschaffung des Fahrzeuges.

Zwei Bauanträgen wurde einstimmig gefolgt. Der erste Antrag betraf die Erweiterung einer Dunglege und erweiterte Überdachung für landwirtschaftliche Maschinen. Das Vorhaben liegt im Außenbereich und dient einem landwirtschaftlichen Betrieb.

Das andere Bauvorhaben betraf die Errichtung eines Balkones und eines Dachaufbaus im Gebiet des Bebauungsplans „Bündenfeld-Werkhalden“. Hier untersagt der 49 Jahre alte Bebauungsplan die Errichtung von Dachgauben und Dachaufbauten.

Der Bauherr argumentierte, dass der Plan mit den heutigen Wohnbedürfnissen nicht mehr vereinbar sei. Helmut Kima teilte mit, dass im dortigen Baugebiet bereits mehrfach Ausnahmen gestattet wurden.

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