Hausen im Wiesental „Auf hochdeutsch gedacht“

Markus Manfred Jung brachte seine Zuhörer im Hebelhaus des Öfteren zum Schmunzeln.                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Foto: Saskia Scherer Foto: Markgräfler Tagblatt

Hausen (sc). Vier Bücher hatte Hebelplakettenträger Markus Manfred Jung zu seiner Lesung beim jüngsten Muettersproch-Obe im Hebelhaus mitgebracht.

Los ging es mit „Max und Moritz“ auf alemannisch. „Jeder kennt sie aus Kindertagen“, so Jung. Bei seiner Übersetzung sei es wichtig gewesen, Rhythmus, Versmaß und Reim beizubehalten. „Das war nicht ganz einfach“, erzählte der Autor, „oft musste ich meine Zeilen verwerfen.“

Nach den „Lumpereien“ rund um Witwe Bolte und Lehrer Lämpel folgte ein kleiner Ausschnitt aus „Die Häschenschule“ beziehungsweise „D Häslischuel“, bevor Jung aus seinem kürzlich erschienenen Buch „Schluchten von Licht“ vorlas. Dieses entstand in Zusammenarbeit mit seiner Frau, von der die Bilder stammen, hauptsächlich auf Sylt und enthält hochdeutsche und alemannische Verse. „Dort im Norden habe ich sogar hochdeutsch gedacht“, schmunzelte Jung. Dann zog er die Zuhörer mit der Thematik rund um Meer, Wind und Dünen in seinen Bann.

Beim Vergleich der hochdeutschen und alemannischen Gedichte verwies er auf Unterschiede und Ähnlichkeiten und hob die Vorzüge der jeweiligen Version hervor.

Zum Abschluss folgten einige Geschichten aus „Gopaloni“, einem Band mit kurzen Alltagsgeschichten. „Wie das Leben so spielt“, fasste Jung zusammen und begeisterte die Gäste mit Geschichten wie „Allefranzisch“ oder der Lehrergeschichte „Jetzt denk“, eine Geschichte im Wartezimmer, übers „Abwracken“ oder über einen Ausflug in den Wald.

Jung lobte die eleganten Rehe – verschwieg aber auch nicht, dass Rehrücken sein Leibgericht sei. Das Gelächter war groß, und niemand sparte mit Applaus.

Wie immer kostete der ­Muettersproch-Obe keinen Eintritt, aber es wurden Spenden für ein Kinderheim in Argentinien gesammelt, das Jung schon persönlich besucht hat und dem er seine Gage zur Verfügung stellen wird.

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