Hausen im Wiesental Erwünschte Ruhe im Kernbereich

Der Bereich vor der Schule in Hausen soll zur verkehrsberuhigten Zone werden. Foto: Peter Schwendele Foto: Markgräfler Tagblatt

Mehrheitlich zugestimmt haben die Gemeinderäte in ihrer Sitzung am Dienstag den vorgestellten Planungsgrundsätzen zur Gestaltung der Hebelstraße. Bürgermeister Martin Bühler kann also aufatmen. Er und seine Mitstreiter dürfen die Planung der Hebelstraße sowie der Umgestaltung des Schulhofs und damit der neuen Ortsmitte vorantreiben.

Von Hans-Jürgen Hege

Hausen.Und zwar auf Basis der Vorarbeiten, die Georg Kunz (Galaplan) und das Planungsbüro Leppert bisher geleistet haben und die am Dienstag dem Gremium vor einer Schar interessierter Bürger präsentiert wurden.

Ganz einig allerdings waren sich die Ratsmitglieder nicht. Die SPD-Fraktion beispielsweise zeigte sich enttäuscht darüber, dass sich schon im Vorfeld der Präsentation keine Mehrheit fand, die der Intention der Genossen von einer durchgängig verkehrsberuhigten Zone von der Teich- bis zur Bündtenfeldstraße zuzustimmen bereit gewesen ist. Die Planung sieht eine solche Zone lediglich im Kern rund um die Schule(n) sowie den Schulhof herum vor. Die Zu- und Abfahrten bis oder von dort sind als Tempo-30-Bereiche ausgewiesen.

Wobei Georg Kunz deutlich zu machen versuchte, dass zur weiteren Verkehrsberuhigung „Parktaschen“ und „Bauminseln“ beitragen werden. Außerdem sei auf den Seiten der fünf Meter breiten Fahrbahn ein rund zwei Meter breiter Gehweg vorgesehen, was zur Sicherheit großer und kleiner Fußgänger beitragen werde. Hermann Lederer und seinen Genossen ging das aber nicht weit genug. „Was Tempo 30 heutzutage bedeutet, wissen hier im Dorf alle“, sagte er. Er glaube, dass solche Begrenzungen zu Lasten der schwächsten Verkehrsteilnehmer, also Fußgängern und vor allem Kindern, gehe. Und er ist sich sicher: „Maximale Sicherheit ist nur gewährleistet, wenn eine komplett verkehrsberuhigte Zone eingerichtet würde.“ Seine Fraktion finde es überaus schade, dass man bei der Planung die Chance zur Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer vertue und auf halbem Wege zu etwas Vernünftigem stehen bleibe.

Harald Klemm (FW) fand den vorgestellten Entwurf „gut“ und erinnerte daran, dass er auf Basis des geltenden Bebauungsplans und der darin festgezurrten Vorschriften wie zum Beispiel der Tempo-30-Regel erstellt worden sei. Eine komplette Entschleunigung sei darin nicht vorgesehen. Die „an und für sich gute Planung“, die vorliege, garantiere „im Kernbereich die erwünschte totale Ruhe“ und beinhalte seiner Meinung nach lediglich zu viele und zu große versiegelte Flächen. Aber das, so meinte er, habe sich wohl nicht vermeiden lassen.

Dennis Vogt (CDU) pflichtete Klemm bei. „Das Konzept geht in die richtige Richtung“, glaubt er und versicherte, dass seine Kollegen vor allem auf den durchgängigen Gehweg gepocht hätten. Einig war man sich am Ende, dass die Planung unterm Strich „deutliche Verbesserungen“ beinhaltet.

Und Bürgermeister Martin Bühler hielt es für „ganz gut, dass das Thema bereits im Vorfeld so vielfältig angegangen wurde“. Auch er sei mit einigen Details wie etwa der noch nicht umgesetzten Barrierefreiheit auf dem Schulhof ganz gewiss nicht zufrieden. Aber bisher seien Möglichkeiten zu Papier gebracht worden, „die mehrheitsfähig sind“  und die Kompromisse aufzeigen, „mit denen man gut leben kann“, obwohl sie noch die eine oder andere Stolperfalle beinhalten.

Über Details werde man noch reden müssen, so Bühler. Ein Thema werden noch vorhandene Verkehrsprobleme sein; Probleme wie das, das eine Zuhörerin vortrug, die es für geradezu gefährlich hielt, dass Radfahrer wie Autofahrer im Zick-Zack um die aufgebauten Hindernisse (Bauminseln und Parktaschen) fahren müssten. Da tröstete sie Martin Bühlers Einwand nur wenig, dass diese Fahrweise auch Autofahrer tangiere und dass eben alle Rücksicht aufeinander zu nehmen haben.

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