Inzlingen Am Schluss fiel das Stillsitzen schwer

Das Bläserquintett „Pentakkord“ begeisterte im vollbesetzten Bürgersaal mit einem brillanten Kammermusikkonzert. Unser Bild zeigt (von links): Jörg Moldenhauer (Flöte), Gustav-Adolf Schröder (Schlossverein), Christoph Zwahlen (Klarinette), Barbara Nüesch (Fagott), Simon Fisch (Horn) und Raphael Ilg (Oboe und Englischhorn). Foto: Manfred Herbertz

Inzlingen - Der gute Ruf eilt ihm voraus. Mit vielen Konzerten hat das Bläserquintett „Pentakkord“ schon unzählige Zuhörer in Inzlingen begeistert. So war es kein Wunder, dass am Sonntagnachmittag der Bürgersaal im Wasserschloss sehr gut besucht war.

Der Verein zu Erhaltung des Inzlinger Wasserschlosses hatte zum Konzert mit dem Quintett eingeladen, und die Musiker überzeugten auf ganzer Linie. Der stellvertretende Vorsitzende, Gustav-Adolf Schröder, freute sich in seiner Begrüßung über ein volles Haus. Die Gäste bekamen ein unterhaltsames Kammermusik-Konzert mit einer ungewöhnlichen Auswahl vier sehr unterschiedlicher Komponisten geboten.

Das Ensemble unter Leitung von Jörg Moldenhauer eröffnete mit dem Bläserquintett B-Bur Op.56 von Franz Danzi (1763 bis 1826), einem väterlichen Freund Carl Maria von Webers. Danzi, ein vielseitiger Komponist zahlreicher Vokal- und Instrumentalwerke, ist heute kaum mehr bekannt. Und dies völlig zu Unrecht, wovon man sich im Konzert selbst überzeugen konnte.

Es folgten vier Stücke für Bläserquintett von Alfred Uhl (1909 bis 1992). Der österreichische Komponist war für seine Filmmusiken bekannt. Fröhliche Stücke waren es, die das Quintett darbot. In „Zahnräder“ glaubte man, vor seinem inneren Auge Charlie Chaplins geniale Tragikomödie

Erinnerungen an Charlie Chaplin werden wach

„Moderne Zeiten“ zu sehen. Der Film mit der unvergessenen Szene, in der Chaplin im Räderwerk einer gigantischen Maschine fast verschlungen wird. Der Oboist Raphael Ilg entlockte seinem Instrument dudelsackähnliche Klänge, bevor ein temperamentvoller Walzer gespielt wurde, der in seiner Dynamik noch von einem ukrainischen Teprak übertroffen wurde.

Die „Petite Symphonie“ von Charles Gounod (1818-1893), der als Vater der modernen Schule französischer Musik bezeichnet wird, kann als das Glanzlicht des Konzertabends bezeichnet werden. Diese Symphonie wurde vorzüglich dargeboten, bei der die Instrumentalisten ihr Können mit großer Spielfreude bewiesen. Das Allegretto begann mit einer langsamen Einleitung, die Motive des nachfolgenden Allegro vorbereitend. Hier wurde das Potenzial der Bläser voll ausgeschöpft. Das Andante enthielt ein anmutiges Flötensolo. Und das folgende Scherzo hatte einen schönen Tanzcharakter. Im Finale gab es farbige Harmoniewechsel, die den Hörer überraschten.

Zum Schluss des erfrischenden Kammerkonzerts gab es „Five Easy Dances“ des amerikanischen Komponisten Denes Agay mit ungarischen Wurzeln (1911 bis 2007). Es waren fröhliche, kurze Stücke (Polka, Tango, Bolero, Waltz und Rumba), bei denen man den Spaß der fünf Musiker so richtig spürte. Da fiel das Stillsitzen schwer.

Großer Applaus war der Lohn für ein tolles, kurzweiliges Konzert. „Pentakkord“ hatte in Inzlingen wieder bewiesen, dass es zu Recht die Säle füllt.

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