Inzlingen Die Schöne vom Buttenberg

 Foto: Rolf Rombach

Inzlingen - Doris vom Buttenberg ist deutsche Vizemeisterin geworden. Das Rind von Karl und Adrian Fisch aus Inzlingen hat dieser Tage zusammen mit einem weiteren Tier an den „Galloway Open“ im hessischen Alsfeld teilgenommen. Mit grün-weißer Schärpe kam das Tier zurück. Die Galloway-Färse darf sich nun ganz offiziell „Miss Beltie Deutschland Reserve 2021“ nennen.

In Alsfeld verglichen zahlreiche Züchter aus dem Bundesgebiet die Ergebnisse ihres Wirkens miteinander. Als Juror war dafür der Texaner PJ Butler angereist. Der erklärte im Vorfeld schon, welchen Fokus er bei seinen Bewertungen auf die Tiere legt. Wichtig sei, wie auch der Bundesverband erläutert, etwa ein stabiles „Fundament“. Darauf aufbauend müsse auch die Muskulatur in entsprechender Harmonie vorhanden sein.

Was so unglaublich theoretisch klingt, hat einen sehr wichtigen praktischen Aspekt, wie Karl und Adrian Fisch – sie sind Vater und Sohn – auf einer Weide oberhalb des Waielands erläutern. „Sind die Klauen nicht optimal, erfordert das viel zusätzliche Arbeit, und natürlich belastet so eine Pediküre auch das Tier“, klärt Adrian Fisch auf.

Rinder vom Fisch-Hof leben in mehreren Ländern Europas

Weitere Kritikpunkte seien beispielsweise die Rückenformung und der Schwanzansatz. „Und natürlich muss das Tier sich führen lassen an so einer Schau. Deswegen erfolgt die Auswahl hierfür bereits Monate vorher“, erläutert Karl Fisch, der bereits das vierte Mal an einer Rinderschau teilgenommen hat. Für den Transport zum Wettbewerb und zurück benötigt man extra eine amtliche Genehmigung. Und für die Teilnahme zudem ein tierärztliches Gutachten, hält der Inzlinger Landwirt fest.

Doch warum nehmen Züchter derart viel Zusatzarbeit auf sich? „Man wird als Züchter damit national wie auch international bekannt“, erläutert Adrian Fisch. Damit erspare er sich auch, zusätzliche Werbung zu machen, wenn es darum geht, Zuchttiere zu verkaufen. „Man wird angefragt und kann Tiere zu guten Preisen verkaufen.“ So leben inzwischen Tiere des Fisch-Hofs bereits in Südfrankreich, Luxemburg oder auch an der tschechischen Grenze. Immer mit dem Ziel, die besten Eigenschaften der Tiere weiterzugeben und dabei aber auch frisches Blut in die Herde zu bringen, um Inzucht-Faktoren auszuschließen.

Doch zurück nach Alsfeld: Nach dem Färse Doris sich im Halbfinale dem späteren Siegerrind SC Pina knapp geschlagen geben musste, erfolgte vor der Prämierung nochmals ein Vergleich mit dem zweiten Finaltier. „Am Ende haben Nuancen entschieden“, bilanziert Karl Fisch. Gegen „Miss Beltie“ SC Pina unterlag Doris lediglich wegen etwas weniger Muskelmasse. Dafür punktete sie dann gegen die zweite Finalistin, SC Apple Love.

„Doris entspricht ganz dem Typ einer zukünftigen Zuchtkuh“, lobte Maria Ricken von der Belted Galloway Interessengemeinschaft das Tier vom Inzlinger Buttenberg. Mit dem zweiten Rang darf Doris sich nun „Miss Beltie Deutschland Reserve 2021“ nennen. Ein guter Erfolg für die beiden Inzlinger Landwirte, die in den nächsten zehn Jahren dann mit regelmäßigem Nachwuchs von Doris rechnen dürfen. Alle drei Wochen wäre eine Schwangerschaft möglich, die Tragedauer ist dann rund neun Monate und zehn Tage.

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