Inzlingen Endlich Klarheit für Waldbesitzer

Heinz Vollmar
Der Kreuzungsbereich Höhenweg/Brattlingsgrundweg: Über diese Wege wäre bei einer Umsetzung der Flurneuordnung auch auf Inzlinger Gemarkung Degerfelder Holz abgefahren worden. Foto: Heinz Vollmar

Die geplante Erweiterung des Flurbereinigungsverfahrens im Hinblick auf den Degerfelder Forst auf die Gemarkung Inzlingen ist vom Tisch. Das wurde im Inzlinger Gemeinderat klar. Fachleute bedauern die Entscheidung.

In seiner Sitzung lehnte das Gremium am Dienstag beide möglichen Varianten im Rahmen des Verfahrens für die Gemarkung Inzlingen mit großer Mehrheit ab.

Langer Protest

Nachdem das Flurneuordnungsverfahren im Juni 2016 für Degerfelden angeordnet wurde, war in den Jahren danach festgestellt worden, dass es aus topografischen Gründen sinnvoll wäre, auch einige Flächen der Gemarkung Inzlingen ins Flurneuordnungsverfahren miteinzubeziehen. Schon damals richtete sich dagegen Protest, vor allem von Inzlinger Waldbesitzern aber auch aus dem Gemeinderat.

Der Kreuzungsbereich Höhenweg/Brattlingsgrundweg Foto: Heinz Vollmar

Kernfrage war damals: „ Warum muss ein Weg über Inzlinger Gemarkung gebaut werden, um Holz aus dem Degerfelder Wald abzufahren?“ Weitere Bedenken schlossen sich an, so auch die Kostenfrage.

Ziel der Flurneuordnung Rheinfelden-Degerfelden war damals wie heute die zweckmäßige Anbindung an das überörtliche Verkehrsnetz, um eine zukunftssichere und sinnvolle Bewirtschaftung der forstwirtschaftlichen Flächen zu ermöglichen. Im Wesentlichen geht es nach wie vor um den Abtransport von Langhölzern aus dem Degerfelder Wald.

Zwei Varianten

Um dies zu ermöglichen, wurden zwei Varianten vorgestellt, die ein zu schaffendes Wegenetz über Inzlinger Gemarkung vorsahen, um das Degerfelder Holz auf das Verkehrsnetz zu bringen. In Degerfelden ist dies aufgrund der Topografie nur sehr schwer möglich und auch aus wirtschaftlichen Gründen nur sehr schwer umsetzbar.

Im Gemeinderat erläuterten Karin Behringer, Fachbereichsleiterin Flurneuordnung, sowie Alix Grellmann, leitende Ingenieurin, noch einmal das Verfahren und die Vorzüge, die auch Inzlinger Waldbesitzer betroffen hätten. So die Höhe der Fördermittel in der Größenordnung von 67 Prozent.

Zu hohe Kosten

Die Gemeinderäte aller Fraktionen befanden jedoch, dass der Nutzen der Inzlinger Waldbesitzer durch das Miteinbeziehen in die Degerfelder Flurneuordnung in keinem Verhältnis zu den Kosten der Gesamtmaßnahme auf ca. 400 ha auf den Gemarkungen Degerfelden und Inzlingen stehen würden. Diese wurden mit ca. 2,3 Millionen Euro beziffert.

Man verstehe zwar das Degerfelder Anliegen, aber man schütze mit der ablehnenden Haltung auch Degerfelder Steuergelder. Im Übrigen betreffe die gesamte Flurneuordnung nur wenige Degerfelder Privatwaldbesitzer, so die Kritik.

Verschwendung kritisiert

Außerdem habe auch die Allgemeinheit nichts von der Flurneuordnung. Dagegen kamen auch die Argumente von Bürgermeister Marco Muchenberger nicht an. Er plädierte für Solidarität mit Degerfelden; auch die Allgemeinheit habe zudem etwas von den neu zu schaffenden Waldwegen.

Keine Resonanz fanden auch die Argumente von Revierförster Markus Dischinger. Er hatte im Hinblick auf die Nutzung der Wege durch Lkws über einen Zehn-Jahres-Zeitraum hinweg lediglich 200 Fahrzeuge prognostiziert, eine Gesamtnutzung an Nutzholz in der Größenordnung von 5000 Festmetern.

Mit Bedauern

Mit Bedauern reagierte Karin Behringen auf die Entscheidung des Gemeinderats. Auf eine rechtlich mögliche Durchsetzung der Flurneuordnung auf Inzlinger Gemarkung werde sie verzichten. Sie gehe davon aus, dass dies auch das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung so sieht.

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