Inzlingen Unwetter in den Griff bekommen

Hochwasser vom 16. Juli in InzlingenArchivfoto: Heinz Vollmar Quelle: Unbekannt

Werden in Inzlingen künftig Regenrückhaltebecken oberhalb des Bahnengolf-Sportvereins und im Langmatttal dafür sorgen, dass die Folgen von Starkregenfällen eingedämmt werden können?

Inzlingen (mv). Mit dieser Frage beschäftigte sich in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am Dienstag unter anderem ein Vortrag des Diplom Hydrologen Patrick Blau vom Büro für Geoinformatik und Umwelttechnik Inzlingen. Der Hydrologe war eingeladen worden, um das im Frühjahr beschlossene Handlungskonzept und das Starkregenereignis vom 16. Juli dieses Jahres im Rahmen des Starkregenrisikomanagements zu erläutern.

In seinen Ausführungen stellte er fest, dass die zahlreichen Bäche in Inzlingen immer schon der Bebauung untergeordnet wurden. Teilweise seien die Bäche verdolt worden, so dass vielerorts kein Gewässerbett vorhanden sei wie zum Beispiel im Aubach-Tal.

In Bezug auf das Starkregenereignis am 16. Juli sagte er, dass die Großwetterlage an diesem Tag glücklicherweise nur den östlichen Teil von Inzlingen erwischte. Damals wurden in nur 25 Minuten rund 160 000 Kubikmeter Niederschlag verzeichnet, während das Gewitter von Norden nach Süden über die Wasserschloss-Gemeinde hinweg zog. Überfordert seien daher nicht nur die Bäche mit der Abflusssituation gewesen, sondern auch die Kanäle, so dass die Wassermassen massive Schäden verursachen konnten.

Doch wie soll man nun mit den Folgen umgehen und welche Schutzmaßnahmen sind zu empfehlen? Patrick Blau verwies auf das Spannungsfeld in den Rechtsgrundlagen des Wasserhaushaltsgesetzes. Diese beinhalten einerseits allgemeine Sorgfaltspflichten für die Bürger, andererseits die Folgen von Wasserabflüssen und Schutzmaßnahmen für die Nachbarn.

Vermeiden, Verhindern, Verzögern als Maßnahme

In diesem Zusammenhang zeigte der Hydrologe Beispiele auf, wie man mit relativ geringem Aufwand seine Häuser vor Überflutungen schützen kann. Im Wesentlichen gehe es dabei um das Vermeiden, Verhindern und Verzögern, so genannten Kleinmaßnahmen, welche die Gemeinde Inzlingen seit einiger Zeit an vielen Stellen umsetzt.

Als technische Hochwasserschutzmaßnahmen würden indes Überlegungen angestellt, ob sich oberhalb des Bahnengolf-Sportvereins sowie im Langmatttal Regenrückhaltebecken realisieren lassen. Dazu bedürfe es jedoch noch intensiver Prüfungen in Bezug auf den Untergrund wie auch hinsichtlich der Einflüsse auf die Trinkwasserquellen der Gemeinde. Im Übrigen seien diese Maßnahmen mit rund 3.3 Millionen Euro pro Rückhaltebecken recht kostenintensiv, so Patrick Blau im Rahmen seiner Ausführungen.

Verantwortung des Landkreises?

Die Fragen der Bürgerinnen und Bürger, die in großer Zahl an der Sitzung des Gemeinderates teilnahmen rankten indes auch um die Verantwortung des Landkreises, weil auch eine durch Inzlingen führende Kreisstraße vom Hochwasser regelmäßig betroffen ist.

Einer der Anwesenden schlug vor, den Schlossteich zu erweitern, um dort mehr Wasser bei Starkregenfällen zwischenzuspeichern. Ein anderer stellte die Frage, ob Regenrückhaltebecken beim letzten Hochwasser genutzt hätten.

Aus den Reihen des Gemeinderates hieß es, dass auch kleine Hochwasserschutzmaßnahmen unabdingbar notwendig seien.

Bürgermeister Marco Muchenberger betonte jedoch, dass man als Gemeinde in der Verantwortung sei, so dass man zumindest in die Planung von, wenn auch kostspieligen, technischen Hochwasserschutzmaßnahmen einsteigen müsse. Schließlich würden auch staatliche Zuschüsse in Höhe von bis zu 70 Prozent winken.

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