Inzlinger Kinderkreuzweg Gemeinsam trägt sich das Kreuz leichter

Rolf Rombach
Die Kinder trugen abwechselnd das Kreuz bei der Prozession um das Wasserschloss und zum Parkfriedhof. Foto: Rolf Rombach

Beim traditionellen ökumenischen Kinderkreuzweg in Inzlingen werden Parallelen gezogen zwischen der biblischen Erzählung und der heutigen Lebensrealität.

Kurz nach dem Zehn-Uhr-Läuten des Kirchturms startete am Karfreitag am Wasserschloss der schon traditionelle Kinderkreuzweg der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde. Seit über 20 Jahren wird der Feiertag inzwischen mit jährlich wechselnden Inhalten begangen. Der von einem vierköpfigen Organisationsteam gestaltete Weg begann am Wasserschloss mit der Lesung der Leidensgeschichte Jesu und endete am Parkfriedhof. „Der Tod ist nicht das Ende“, gaben sie den Familien mit und schmückten zuvor gebundene kleine Kreuze „mit neuem Leben“, dargestellt durch grünen Efeu und eine Rose.

Kinder tragen das Kreuz

Ein großes Holzkreuz wurde den Kindern abwechselnd von Station zu Station getragen; mit jeder Etappe wurde das Holzkreuz mehr geschmückt.

Während die Bibelstellen von Erwachsenen vorgelesen wurden, übernahmen es die Kinder und Jugendlichen, die Bezüge zu ihrer (Er)Lebenswelt herzustellen und zu erläutern. Begonnen wurde am Wasserschloss mit der Nacht nach dem letzten Abendmahl. So wie Pontius Pilatus das Urteil über Jesus sprach und dieser es hinnehmen musste, müssen Kinder es mittragen, wenn andere für sie entscheiden. Dabei wurde auch der Wunsch geäußert, dass dies zum Wohl der Kinder zu erfolgen habe.

Wichtige Prinzipien wurden am Beispiel der Karfreitagsgeschichte angesprochen: Vergeben können, so wie Jesus seinen Peinigern, die ihn mit Schlägen und der Dornkrone misshandelten. Selbst hinschauen und helfen, wenn andere in Not sind, so wie es Simon tat, der half das Kreuz zu tragen.

Nach dem Rundgang um das Wasserschloss ging es weiter zum Feuerwehrhaus, wo sich die Teilnehmer ein eigenes Kreuz aus Stöcken und grünem Draht binden konnten.

Verbundenheit ist wichtig

Denn jeder habe eigene belastende Erfahrungen, die zu ertragen seien. Zum Zeichen, dass man die Schlussetappe gemeinsam geht, wurde ein langes Tau ausgelegt, an dem sich die Pilger hielten und so miteinander verbunden waren. Stellvertretend für den Hügel Golgota, auf dem Jesus gekreuzigt wurde, endete der Zug nach dem Marsch über den Kalchmattweg vor dem großen Kreuz des Parkfriedhofs. Mit frischem Efeu durften die zuvor gebundenen Kreuze geschmückt werden. Mal minimalistisch mit einem Blatt, mal sehr kunstvoll gewickelt um alle vier Enden. Mit dem „Vater unser“ und einem Schlusslied endete die rund einstündige Besinnung.

Ostersonntagsmessen

An gleicher Stelle auf dem Parkfriedhof lädt die evangelische Lukasgemeinde am Ostersonntag um sieben Uhr zur Auferstehungsfeier ein. In der katholischen St. Peter und Paul-Kirche beginnt der Gottesdienst um 9.30 Uhr.

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