Kandern Aktuelle Themen angesprochen

Antrittsbesuch von Rainer Stickelberger bei Bürgermeisterin Simone Penner (v. r.) im Kanderner Rathaus mit Cornelia Zumkehr-Lay und Günter Lenke                                                                                                                             Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Kandern. Im Rahmen seiner Sommertour besuchte Rainer Stickelberger Kanderns neu gewählte Bürgermeisterin Simone Penner. Zusammen mit Cornelia Zumkehr-Lay vom SPD-Ortsverein und Günter Lenke von der Kanderner SPD-Fraktion sprachen die beiden über Kommunalpolitik in Corona-Zeiten, die Zukunft der Kandertalbahn und die Wasserversorgung in der Region.

Mitten in der Corona-Pandemie wurde Simone Penner zur neuen Bürgermeisterin von Kandern gewählt. Als besonderen Nachteil habe sie das nie gesehen, sagt sie dazu. Die Situation sei für alle neu gewesen und die Verwaltung habe eine beeindruckende Vorarbeit geleistet.

Gleich zu Beginn ihrer Amtszeit hatte Penner auf sich aufmerksam gemacht, als sie kritisierte, dass die Corona-Fallzahlen nicht nach Gemeinde aufgeschlüsselt veröffentlicht wurden. An die Absprache der Gemeinde hielt sie sich dennoch und veröffentlichte selbst keine Zahlen für Kandern. Stickelberger sah das ähnlich. „Es ist schlicht nicht mehr zeitgemäß, die Bürger hier im Dunkeln zu lassen“ hält er fest.

Bezüglich der finanziellen Lage Kanderns sei man im Moment vorsichtig optimistisch, sagte Penner. Die angekündigte Erstattung der Gewerbesteuerausfälle werde sehr hilfreich sein. Eine Haushaltsperre sei nicht geplant, aber man habe einige noch nicht begonnene Bauprojekte zunächst hintenangestellt. Für die Unternehmen sei das im Moment auch kein Problem, die Bauwirtschaft sei gut ausgelastet, berichtete die Bürgermeisterin.

Das Freibad frühstmöglich geöffnet

Kandern hatte das städtische Freibad frühestmöglich geöffnet und anders als Grenzach-Wyhlen auch auswärtige Gäste zugelassen. Dieses Angebot werde mittlerweile rege genutzt. Die Entwicklung des Tourismus sei im Moment stabil bis leicht positiv, was Penner auch auf diese Maßnahme zurückführte. Stickelberger zeigte sich beeindruckt, wie die Gemeinde Kandern versucht, aus der schwierigen Gesamtsituation heraus eine Perspektive zu entwickeln.

Im Gegensatz zum benachbarten Malsburg-Marzell habe Kandern keine Probleme mit der Wasserversorgung, da das Wasser aus dem Hochbehälter Erlenboden vom Zweckverband Hohlbach-Kandertal kommt, sagte Penner. „Das lange Leitungsnetz einer Flächengemeinde führt allerdings auch dazu, dass wir hier relativ hohe Wasserpreise haben.“

Die Trockenheit der vergangenen Jahre führe zu großen Problemen im Wald, der daraus resultierende Käferbefall richte auch in Kandern schwere Schäden an. Für die Gemeinde bedeute dies weitere Einnahmeausfälle, die zu den aus Corona resultierenden Problemen hinzukämen.

Stickelberger und Penner waren sich einig, dass in der Reaktivierung der Kandertalbahn für den Linienverkehr großes Potenzial liege. Allerdings müssten offene Fragen und bestehende Probleme auch transparent benannt werden. Die Gemeinden an der Strecke müssten sich etwa auf einen erhöhten Parkplatzbedarf in der Nähe der Bahnhöfe einstellen, meinte Stickelberger. Die Skeptiker ließen sich am ehesten überzeugen, wenn diese Fragestellungen angesprochen und auch eindeutig gelöst würden.

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