Kandern Drehorte gaben Richtung vor

Von Alexandra Günzschel

Kandern. „Tausend Jahre sind wie ein Tag“ ist ein Filmprojekt der Werksiedlung St. Christopherus in Kandern. Regie führte Matthias Beyerle-Zelazko. Die Geschichte basiert auf einer Erzählung von Slawomir Mrozek, polnischer Schriftsteller und Autor vieler Theaterstücke.

Matthias Beyerle-Zelazko hat diese Geschichte erweitert, eine Rahmenhandlung und eine Begleitgeschichte hinein geflochten und sie zu einem Drehbuch verarbeitet. Die Darsteller sind 30 Menschen mit und ohne Behinderung, darunter Schüler und Personen aus dem öffentlichen Leben.

Zur Handlung: Vor Jahren sind drei Leute verschwunden. Eine Ratsversammlung sieht sich nun plötzlich durch Recherchen einer findigen Journalistin damit konfrontiert. Was aber ist wirklich geschehen? Haben die drei Wanderer auf der Suche nach einem unbekannten Licht nicht nur einander, sondern auch die Realität und die Zeit verloren? Der Aufbruch aus der Hütte im Wald wird zu einem Aufbruch in eine andere, unberechenbare Welt.

Matthias Beyerle-Zelazko, der in den Werkstätten der Siedlung St-Christopherus mitarbeitet und seit zehn Jahren die Theaterarbeit leitet, hat jedes Jahr ein neues Theaterstück mit den Bewohnern der Werksiedlung auf die Beine gestellt. Dieses Mal sollte es ein Film werden. Und weil dem Regisseur dafür die Übung fehlte, hat er sich mit Helmut Kirchner einen erfahrenen Dokumentarfilmer mit ins Boot geholt, der auch gleich die richtige Ausrüstung mitbrachte. Die Musik zum Film hat Hannah Schwegler komponiert. Entstanden ist ein Werk aus der Region voller künstlerischer Szenen.

Doch bis es so weit war, haben Beyerle-Zelazko, sein Team und seine Darsteller viel Arbeit in das Projekt investiert. Die ersten Vorbereitungen begannen schon im Juli 2013. Gedreht wurde an zehn Tagen im März – von früh morgens bis spät abends. „Es gab da einen ganz strengen Plan, an den wir uns zu halten hatten. Das war für alle eine Herausforderung“, erinnert sich der Regisseur an die Drehtage.

17 Stunden Filmmaterial

Da kam es schonmal vor, dass für eine spätere Filmminute ein halber Tag ins Land zog. Erschwert wurde der Dreh auch dadurch, dass kaum jemand den Überblick über das Gesamtwerk hatte. Die Szenen wurden nicht in chronologischer Abfolge gedreht, so dass sie auf die Darsteller zusammenhangslos wirken mussten. Beyerle-Zelazko erinnert sich zum Beispiel an jenen Darsteller, der ein Rohr durchs Gebüsch tragen sollte. Wieso blieb ihm dabei bis zuletzt schleierhaft.

„Der Drehort hat uns gesagt, wie wir’s machen sollen“, sagt Beyerle-Zelazko außerdem. Denn vor Ort hat er oft festgestellt, dass Details aus dem Drehbuch einfach nicht so funktionierten wie gedacht. Am Ende hatte er 17 Stunden Material und zeitweise bis zu 30 Filmversionen. Zum besseren Verständnis fanden auch innere Monologe ihren Weg in die Endfassung.

Die Mitwirkenden sind bereits heute zu einer Vorpremiere eingeladen, bei der auch das zehnjährige Bestehen der St. Christopherus-Stiftung gefeiert wird. Filmpremiere für die Angehörigen der Darsteller und andere Interessierte ist am Samstag, 7. Juni, um 19.30 Uhr im Saal der Kanderner Werksiedlung. Eine weitere Vorführung für die Öffentlichkeit findet am Mittwoch, 11. Juni, um 20 Uhr im Kino Kandern statt.

Der Film dauert 75 Minuten. Einen Trailer gibt es im Internet zu sehen unter: www.werksiedlung.de.

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