Kandern Feuerwehr will lieber selber reinigen

Während der Wiederaufbau des Feuerwehrgerätehauses in schnellen Schritten vorangeht, wird über Details wie die Ausrüstung oder eine Schaugarage noch kontrovers diskutiert. Foto: Alexan-dra Günzschel Foto: Weiler Zeitung

Nach dem Brand ist vor dem Brand: Die Kanderner Feuerwehr will in Zukunft wieder gut ausgerüstet sein, um ihrer Aufgabe im Stadtgebiet und darüber hinaus nachkommen zu können. Doch die Kosten dafür erschienen dem Gemeinderat zu hoch. Im Verwaltungsausschuss wurden sie nun noch einmal aufgeschlüsselt.

Von Alexandra Günzschel

Kandern. Gesamtkommandant Günter Lenke erklärte den Ausschussmitgliedern die Kosten für die Neubeschaffung der brandgeschädigten Geräte. Bei der Aufschlüsselung der Kosten hatte er auch noch einmal den Rotstift angesetzt. Statt 114 000 Euro soll das Gesamtpaket nun nur noch 109 000 Euro kosten. Noch im April waren für diesen Kostenblock allerdings 40 000 Euro veranschlagt.

Ganz verzichtet werden soll nun nach Gesprächen mit den Gerätewarten auf einen Hubtisch. Auch wurde die Anzahl der Stapelstühle für den Schulungsraum von 50 auf 40 reduziert.

Für den Funktisch gab es eine Rückvergütung von der Versicherung in Höhe von 13 000 Euro. Und auch der stationäre Hochdruckreiniger (2600 Euro) wurde auf diese Weise finanziert.

Des Weiteren wünscht sich die Feuerwehr eine Atemschutzwerkstatt mit Prüfgerät und Trockenschrank für rund 25 000 Euro. Dann, so Lenke, könne man die 400 Masken selber reinigen und desinfizieren und würde auf diese Weise beträchtlich Kosten sparen.

Ob dies personell zu schaffen sei, wollte unter anderem Fritz Höferlin wissen. Die Angehörigen der Feuerwehr sahen da kein Problem, sparten sie doch die Zeit, die sie in Rheinfelden verbracht hätten, wo die Masken bisher gereinigt wurden. Drei Personen stehen derzeit für diese Aufgabe zur Verfügung.

Aber auch die Einsatzkleidung möchte man künftig selber trocknen und waschen, was kostengünstiger sei, als die Kleidung nach Weil am Rhein oder Lörrach zu bringen. Rund 15 000 Euro wurden für einen Waschraum mit Wäschetrockner und Waschmaschine angesetzt.

„Ich sehe nichts, was nicht benötigt wird“, würdigte Rudi Mayer die Auflistung. Dennoch sorgte er sich, ob das Verwalten der neuen Geräte von der Freiwilligen Feuerwehr, die im Moment aus 60 Mitgliedern besteht, auch bewerkstelligt werden kann. Lenke verwies auf die zehn Gerätewarte, mit denen man sich anstelle des gewünschten Hauptamtlichen beholfen habe.

Auch Gabi Weber und Kaja Wohlschlegel, die sich im Gemeinderat noch kritisch über die hohen Kosten geäußert hatten, signalisierten ihre Zustimmung für die geplanten Neuanschaffungen.

Als Luxus wurde dagegen der Bau einer Schaugarage für den in Eigenleistung restaurierten „Opel Blitz“ angesehen. Die ehemalige Einstellhalle für das Oldtimer-Fahrzeug, die ebenfalls in Eigenleistung realisiert worden war, fiel dem Brand zum Opfer. Im Zuge des Wiederaufbaus des Feuerwehrgerätehauses soll nun zur Straße hin für 31 000 Euro eine Schaugarage entstehen. Die Feuerwehr hat signalisiert, dass sie durch Eigenleistung die Kosten um 5000 Euro senken könnte.

„Muss es denn unbedingt jetzt sein. Wir haben das Geld nicht“, fragten Mayer, Wohlschlegel und Weber. Günter Lenke kam es vor allem darauf an, dass der Opel Blitz nicht im Regen steht.

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