Kandern Mehr Bewegung für die nachhaltige Mobilität

Silke Hartenstein
Periurbane Drehscheibe soll der Busbahnhof werden. Foto: Silke Hartenstein

Mehr E-Carsharing in Kandern und weitere Ideen sind im Gemeinderat vorgestellt worden.

Mehr E-Carsharing in Kandern, je eine solche Station samt Ladesäule in jedem Ortsteil und der neue Status Kanderns als „periurbane Lokaldrehscheibe“: Es kommt Bewegung in die nachhaltige Mobilität.

Zehn Gemeinden im Kandertal und am Oberrhein schlossen sich zusammen zum „Netzwerk für nachhaltige Mobilität“ (Nemo). Nun präsentierte Jana Stahl, zuständige Projektleiterin bei der Energieagentur Südwest, Kanderns Gemeinderat den Fortschrittsbericht. So biete die Zusammenlegung der Anträge kleiner Gemeinden etwa auf Fördermittel aus dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) den Vorteil, dass die Bagatellgrenze leichter erreicht wird. So habe beispielsweise Schallbach nun gute Chancen hat auf Förderung des barrierefreien Ausbaus zweier Bushaltestellen. Des weiteren ist der Auf- oder Ausbau der Ladeinfrastruktur in kleinen Dörfern wenig interessant für Investoren.

Durch Nemo könnten in den Mitgliedsgemeinden geeignete Flächen für Ladestationen sammeln und gemeinsam vermarktet werden. Zwei bis drei potenzielle Investoren habe man bereits gefunden, so Stahl, ein Vertragswerk werde beim Nemo-Netzwerktreffen am 4. April vorbereitet. Die Ausschreibung für Car-Sharing starte voraussichtlich im zweiten Quartal 2024.

Kandern gilt wegen seiner Lage und seines großen Busbahnhofs als periurbane Lokaldrehscheibe. Das Konzept dazu, so Stahl, werde in rund drei Monaten veröffentlicht. „Periurban“, ein Begriff aus der Raumplanung, beschreibt ländliche Gebiete, die geografisch an Städte und Ballungsräume (wie die Agglo Basel) angrenzen. Drehscheiben verknüpfen verschiedene Verkehrsmittel und ermöglichen ein schnelles Umsteigen. Was laut Stahl für Nemo bereits vorliegt, ist ein detailliertes Kommunikationskonzept.

Angesichts der Erderwärmung fand Heike Neudecker (Grüne) Nemo gut, vermisst jedoch die Unterstützung der Infrastruktur für Fahrräder und E-Bikes. In Tannenkirchs Radwegenetz etwa gebe es große Lücken in alle Richtungen, sagte Fritz Höferlin (Freie Wähler). NEMO wolle sich zunächst auf die Themen Ladeinfrastruktur und Car-Sharing konzentrieren, stellte Bürgermeisterin Simone Penner fest.

Martin Schellhorn (Grüne) fragte, warum nicht auch Ladestationen für E-Bikes geschaffen würden. Diese seien als Baustein der Verkehrsdrehscheiben eingeplant, sagte Stahl. Höferlin schlug abschließbare Fahrradboxen am Kanderner Bahnhof vor. Hierfür, so Penner, sei man im Gespräch mit der Agglo Basel.

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