Kandern Musikgenuss auf höchstem Niveau

Sie war der Star des Abends: Die Pianistin Paulina Maslanka und der Musikverein bekamen stehende Ovationen. Foto: Jutta Schütz Foto: Weiler Zeitung

Es war ein Konzert, das höchsten Ansprüchen gerecht wurde: Der Musikverein Wollbach mit seinem Dirigenten Oliver Hauser und die Pianistin Paulina Maslanka, Preisträgerin nationaler und internationaler Musikwettbewerbe, spielten im Jahr des 250. Geburtstags von Ludwig van Beethoven ausgewählte Stücke des Komponisten.

Von Jutta Schütz

Kandern-Wollbach. Das Publikum in der voll besetzten Kandertalhalle reagierte auf das Konzert zunächst mit ergriffenem Schweigen und dann mit Jubelrufen und stehenden Ovationen.

Schon beim Eintritt in ein samtrot ausgestattetes Foyer wurde deutlich, dass sich hier Einmaliges anbahnte: Die in Sachen Dekoration opulent ausgestattete Halle in Wiener Konzertsaal-Optik, dazu ein dominierender Steinway-Flügel auf der Bühne: Das Publikum konnte nur noch staunen. Hinzu kam die Lichtinstallation über der Bühne, die sowohl Beethovens Portrait, das von ihm verwendete Namenskürzel „BTHVN“ und passend zur Komposition „Wellingtons Sieg“ drei Schlachtengemälde zeigte.

„Klassische Musik gilt als sperrig und kompliziert, so heißt es, 2018 aber wurden die Kompositionen von Beethoven noch vor denen von Mozart und Bach in großen Konzertsälen am häufigsten gespielt“, erklärte Vorsitzende Annette Krey. Thomas Kuckuk als Moderator steuerte interessante Fakten zu den einzelnen Kompositionen und zur Persönlichkeit Beethovens bei. Dieser sei nicht nur ein Komponist gewesen, der mit Musikstücken revolutionären und freiheitlichen Themen und Idealen huldigte, sondern er war auch der erste, der bei einem Konzert die volle Aufmerksamkeit der Zuhörer und damit auch Theaterbestuhlung verlangt habe, erfuhren die Gäste.

Beethovens einzige Oper „Fidelio“ war zunächst ein Flop, so Kuckuk weiter. Der Erfolg, vor allem jener der Ouvertüre, kam erst mit der Zeit und mit der letzten Kompositionsversion. Diese, mit dem das Werk durchziehenden Hauptthema, mit seinen für das Orchester anspruchsvollen dramatisch-wuchtigen, romantischen und sentimentalen Tempiwechseln und Klangfolgen, hatte Hauser als bekannten Titel ins Programm aufgenommen.

Perlende Läufe und machtvolle Akkorde

Paulina Maslankas Interpretation des Klavierkonzerts Nr. 3. in c-Moll, op. 37, begleitet vom Musikverein, war der bejubelte Höhepunkt des Abends. Hier zeigte sich Klavier- und Konzertkunst auf höchstem Niveau. Licht und Schatten, Freude und Finsternis, all das war im musikalischen Ausdruck in den drei Sätzen wahrzunehmen. Die Solistin brillierte mit perlenden Läufen und machtvollen getupften Akkorden. Perfekt von Orchester und Solistin ausbalanciert war das prägnante Sonatenrondo des dritten Satzes mit seinem klagenden Thema.

Mit minutenlangem Beifall dankten die Gäste den Musikern für dieses Musikerlebnis.

„Wellingtons Sieg“ oder „Die Schlacht bei Vittoria“ ist eines der erfolgreichsten Stücke Beethovens, das dieser auf eine Idee des Metronom-Erfinders Johann Nepomuk Mälzel komponierte. Kanonendonner, Schussfolgen, Marsch- und Trompetensequenzen erklangen im Saal – am Schluss dann das „God save the King“ des siegreichen Wellingtonschen Heeres.

Sehr bekannt war auch der „Türkische Marsch“. Und als Konzertfinale folgte schließlich der mitreißende Ausflug in die Moderne mit Philip Sparkes Komposition „Beethovens Gruß“ mit Motiven des Kanons „Freu dich des Lebens“.

Ohne Zugaben ließen die Zuhörer den Musikverein und auch „seine“ Pianistin nicht von der Bühne. Paulina Maslanka intonierte „Für Elise“ – eine schöne, im Empirestil gekleidete „Elise“ aus den Reihen des Musikvereins saß dabei als Zuhörerin auf dem Podium.

Als Finale – was kann es bei Beethoven anders sein – erklang die „Ode an die Freude“, mitgesummt vom Publikum.

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