Kandern Neuanfang für den Pfaffenkeller

Kandern - Nach 14 Jahren stehen die Besitzer des Pfaffenkellers im Kanderner Ortsteil Wollbach vor einem Neuanfang. Sowohl das Restaurant als auch das Hotel werden das Ehepaar Gysin-Spitz nicht weiter betreiben. Stattdessen machen sie aus dem geschichtsträchtigen Gebäude ein Boardinghouse.

Nach reiflicher Überlegung haben sich Claude François und Georges Anton Alfons Gysin-Spitz auf die Schließung des Restaurants und die Einstellung des Hotelbetriebs auf Ende August verständigt. „Die Pandemie hat uns viel Zeit zum Nachdenken gegeben – besonders darüber, wie wir uns die Zukunft im Pfaffenkeller vorstellen“, berichtet Claude François Gysin-Spitz.

Der Betriebsökonom hat sich mit seinem Ehemann seit 2006 den Pfaffenkeller in mühevoller Arbeit aufgebaut. „Zuerst war da unsere Manufaktur. Wir haben Brot gebacken, Marmelade und Sirup eingekocht, unser eigenes Chutney und Senf hergestellt.“ Etwas später, im Herbst 2006, wurde das Restaurant eröffnet und das Hotel in Betrieb genommen.

14 Jahre haben die Eigentümer des historischen Pfaffenkellers ihr „ganzes Herzblut“ investiert – „natürlich blicken wir der Schließung jetzt mit einem weinenden und einem lachenden Auge entgegen“, beschreibt der 57-Jährige. Das lachende Auge gilt der Umstrukturierung des Anwesens. „Die vergangenen Jahre waren eine wunderschöne, aber auch eine arbeitsintensive Zeit.“

Ein gemeinsames Wochenende haben er und sein Ehemann nur selten in Ruhe verbracht.

Pfaffenkeller wird Boardinghouse

Im Pfaffenkeller kann zwar künftig nicht mehr im Restaurant gespeist werden – dafür wird das Gebäude der Öffentlichkeit dennoch zugänglich bleiben. Ein Boardinghouse wollen die beiden Eigentümer daraus machen – und damit ihren Gästen Wohnen auf Zeit anbieten. „Wir werden einige Umbauten vornehmen und im unteren Bereich eine Küche installieren“, erklärt Gysin-Spitz. Das Haus würde dann an Geschäftsleute vermietet werden. „Die Nachfrage ist hier im Raum definitiv gegeben und wir sind auch ideal an die Infrastruktur angebunden“, weiß der Betriebswirt. Die Nähe zum Flughafen sowie die ländliche Ruhe seien für ein konzentriertes Arbeiten und Wohnen bestens geeignet.

Obwohl der Pfaffenkeller stets gut ausgelastet war, haben die langen, unfreiwilligen Schließungen ihre Spuren hinterlassen. Gysin-Spitz präzisiert: „Die Hilfen vom Staat sind natürlich gekommen und haben uns auch ein wenig entlastet.“

Dennoch mussten das Ehepaar zusehen, wie ihr Erspartes nach und nach verschwand. Dass die Corona-Pandemie aber letztendlich der alleinige Auslöser für die Schließung sei – davon distanziert sich Gysin-Spitz. „Wir haben keine Kinder und hätten uns früher oder später um eine Nachfolge für das Restaurant mitsamt Hotel kümmern müssen.“

Von einem Pächter hätten ihnen nicht nur langjährige Stammgäste, sondern auch hinzugezogene Berater abgeraten. „Corona hat die Schließung jetzt natürlich um gute zwei Jahre nach vorn verschoben. Aber eine langfristige Lösung haben wir so oder so gesucht.“ Und mit Stolz können die Eheleute nun darauf zurückblicken, was sie in den vergangenen Jahren gemeinsam geleistet haben.

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