Kandern Ohne Feuereimer kein Bürgerrecht

Das Festzelt war bei der Jubiläumsfeier am Samstagabend voll besetzt. Foto: Weiler Zeitung

Mit einem rundum gelungenen Programm begeisterte die Freiwillige Feuerwehr Holzen bei der Jubiläumsfeier am Samstag im Festzelt. Unterhaltsam und informativ gestaltete der Abteilungskommandant den Abend, indem er den Werdegang und die Entwicklung der Feuerwehr seit 1790 bis heute darstellte.

Kandern-Holzen (sc). Helmut Zumkehr berichtete, dass unter Markgraf Karl-Friedrich erstmals im Jahr 1765 verordnet wurde, dass eine Feuerwehr gebildet werden solle. Holzen sei damals ein armes Dorf gewesen, in dem 332 Einwohner lebten. Zu dieser Zeit mussten die Feuermelder zwei Stunden in den Umkreis reiten, und das Oberamt in Lörrach musste von einem Feuerreiter unverzüglich von einem Brand informiert werden.

Nachdem 1790 gleich drei Scheunen abgebrannt waren, wurde im Dorf ein Brandweiher angelegt. Im Jahr 1800 besaß Holzen 66 Feuereimer. Der Erwerb eines Feuereimers war Bedingung, um die Bürgerrechte zu erhalten. Bereits 1821 waren Strukturen geschaffen worden, die eine gewisse Übersicht im Aufbau der Wehr gaben. 1863 ist der „Spritzischopf“ (damals das Feuerwehrhaus) urkundlich erwähnt. Üblich sei es damals auch gewesen, dass die Gemeinde nach einer Übung ein Viertel Wein und etwas Käse für die Feuerwehrleute bezahlte.

1896 erhielte die Holzemer Feuerwehr eine neue Spritze mit Saugapparat. Allerdings, da der Brandweiher zwischenzeitlich zugewachsen war, konnte das Gerät erst viel später benutzt werden.

Bereits 1914 lebten in Holzen 433 Einwohner, 97 davon gehörten der Löschmannschaft an. Der Aufforderung des Bezirksamts Lörrach, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen, wurde 1937 gefolgt. 33 Männer traten der Feuerwehr damals bei.

Zumkehr führte die 1951 beschaffte „Heustock-Meß-Sonde“ vor. Bereits 1970 verfügte die Feuerwehr in Holzen als eine der ersten im Unterabschnitt Rebland über Atemschutzgeräte, die sich bereits drei Jahre später bewährten.

Der Abteilungskommandant wusste in der Folge viele amüsante und witzige Anekdoten aus dem Feuerwehrleben zu berichten. Zeitgemäß wechselte Zumkehr seine Kleidung: von der bäuerlichen Cordhose, der Uniform mit Lederstiefeln, dem blauen Arbeitsoverall bis hin zur aktuellen Feuerwehreinsatzbekleidung. Damit gelang es dem Abteilungskommandanten, die Zuhörer visuell in die jeweilige Zeit zu versetzen.

Eine große Herausforderungen sei die Beschaffung des neuen Löschfahrzeugs gewesen, das gestern von Bürgermeister Christian Renkert übergeben wurde.

Begleitet wurden Zumkehrs Ausführungen und Erzählungen von Musikstücken aus der jeweiligen Zeit.

Der Auftritt des Gesangvereins Holzen unter der Leitung von Dirigentin Birgit Lehmann stellte einen weiteren Höhepunkt im Programm dar. Die Sänger und Sängerinnen erhielten für ihre Darbietungen viel Applaus in dem voll besetzten Festzelt.

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