Kandern Tannenkirch lehnt höhere Gebühren ab

Jutta Schütz und Markus Adler
Die Wasser- und Abwassergebühren steigen in Kandern trotz eines negativen Votums des Tannenkircher Ortschaftsrats. Foto: Markus Adler

Der Gemeinderat Kandern hat die Neufassung des Wasserpreises trotz des abschlägigen Votums des Ortschaftsrats Tannenkirch eisntimmig am Montag beschlossen. Der Kubikmeter Wasser kostet 2024 und 2025 genau 3,60 Euro.

Die anderen Ortschaftsräte hatten zugestimmt. Der Abwasserpreis passierte den Gemeinderat ebenfalls einstimmig und kostet nun 2,44 Euro pro Kubikmeter. Der Kubikmeter Niederschlagswasser wird in den kommenden zwei Jahren mit 0,53 Euro pro Kubikmeter abgerechnet.

In den Ortschaftsräten waren die Kalkulation der Wassergebühren Gegenstand von Diskussionen. Die erhöhten Kosten werde durch die höheren Kosten für Personal und Betrieb verursacht, „dabei wird ein großer Teil der bestehenden Kostenüberdeckung aus den Vorjahren in Höhe von fast 340 000 Euro in die Gebührenkalkulation eingerechnet“, erinnerte Wollbachs Ortsvorsteher Max Sütterlin. Ohne diese Verrechnung wären die Preise noch höher, hatte auch Tobias Buss, Ortsvorsteher von Sitzenkirch, festgestellt.

Preise ist in Kandern höher

Auch beim Abwasser und dem Niederschlagswasser wirkt sich eine Kostenüberdeckung in Höhe von rund 236 000 Euro für 2024 und von 217 000 Euro für 2025 preismindernd aus. Kritisiert wurden in den drei Ortschaftsräten generell die Preise für Wasser und Abwasser, die gegenüber den Umlandgemeinden in Kandern höher liegen. „Wer freut sich schon über die Entwicklung, wir haben viele Fixkosten bei dem großen Netz“, stellte Sütterlin fest. Das Leitungsnetz in der Flächengemeinde Kandern ist ausgedehnt, manche Leitungen stammen noch aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, deshalb fallen oft auch mehr Reparaturen an, wussten Sütterlin, Buss und Höferlin.

„Efringen-Kirchen ist auch eine Flächengemeinde, trotzdem ist das Wasser dort günstiger“, hieß es im Tannenkircher Rat. „Jedes Jahr landen wir beim gleichen Thema, warum Wasser und Abwasser in Kandern so viel mehr kosten“, kommentierte Tannenkirchs Ortsvorsteher Fritz Höferlin. Der Hohlebachverband, dem man angeschlossen sei, „legt halt alles um“, wurden Stimmen laut.

Verband legt alles um

Höferlin wurde gebeten, sich zu erkundigen, ob es nicht die Möglichkeit gebe, sich einem anderen Wasserverband anzuschließen. Während die Gremien in Sitzenkirch und Wollbach der Kalkulation der neuen Gebühren zustimmten, stimmten in Tannenkirch drei Räte dafür und vier dagegen. Es gab eine Enthaltung. Beim Abwasser gab es in Tannenkirch einen mehrheitlichen Beschluss für die neuen Gebühren, sagte Höferlin im Gemeinderat.

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