Von Alexandra Günzschel

Im Kanderner Jugendzentrum „Downtown“ stehen Veränderungen an. Jugendsozialarbeiter Stephan Morand wird sich beruflich neu orientieren. Bis seine Stelle voll ersetzt werden kann, wird es für den Treff eine Übergangsphase mit weniger Öffnungstagen geben. Dies war eines der Themen am Montag im Gemeinderat bei der Vorstellung der Jugend- und Schulsozialarbeit in Kandern im vergangenen Jahr.

Kandern. Über ihre Tätigkeit an der August-Macke-Schule informierte Schulsozialarbeiterin Cynthia Dörfler. Dort sei sie Ansprechpartnerin für Schüler, Eltern und Lehrer. 65 Schülergespräche hätten im vergangenen Jahr stattgefunden, 25 davon in Gruppen. Hinzu kamen 22 Elterngespräche sowie 19 Angelegenheiten zwischen Schülern und Lehrern. Bei ihrer Beratung setzt Cynthia Dörfler auch auf Kooperationen mit anderen Organisationen, etwa der Villa Schöpflin oder auch der Polizei. In Klassen oder Gruppen bietet sie Sozialtraining an oder spricht über Themen wie Sucht oder digitale Medien.

Angeboten werden an der Schule verschiedene Mädchen- und Jugendtreffs, auch Ausflüge werden unternommen. Ein Hip Hop-Kurs sei neu initiiert worden, außerdem gebe es eine „Prüfungsoase“ für Abschlussschüler.

Es gab Kooperationen mit der Flüchtlingsunterkunft in Efringen-Kirchen und mit der Werksiedlung St. Christoph. Im Projekt „Adventure“ gehe es um Erlebnispädagogik.

Cynthia Dörfler ist außerdem bei Elternabenden und Klassenkonferenzen präsent.

Die Schulsozialarbeiterin bestätigte auf Nachfrage von Ulrike Lerner, dass in der Schule ein generelles Handyverbot gelte. Gabriele Weber erkundigte sich nach Schülern aus anderen Ländern. „Das wird kommen. Wir müssen ein Konzept zur Integration entwickeln“, meinte dazu Cynthia Dörfler.

Über die Jugendsozialarbeit in Kandern informierten Stephan Morand und Daniela Pietsch. Ihre Kernaufgabe sehen sie im Betreiben des Jugendzentrums „Downtown“. Wichtig sei der „offene Treff“ als niederschwelliges Angebot. Derzeit werde er von Zwölf- bis 18-Jährigen sehr gut angenommen. Die beiden informierten auch darüber, dass die Räume zusammen mit den Jugendlichen komplett neu gestaltet worden seien. Es würden Ausflüge unternommen und es bestehe ein reger Austausch mit der Schulsozialarbeit.

Mit dem baldigen Weggang von Stephan Morand können die vier Öffnungstage pro Woche im „Downtown“ vorerst nicht aufrecht erhalten werden. Er hat eine 55-Prozent-Stelle, die nun wegfällt. Daniela Pietsch wird ihre 20-Prozent-Stelle um noch mögliche 15 Prozent aufstocken und zwei Öffnungstage am Dienstag und Donnerstag, jeweils von 15 bis 18 Uhr, anbieten.

Darüber hinaus sind bei dem Übergangskonzept Sonderaktionen vorgesehen. Hierbei könnten die beiden neuen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen eine Hilfe sein, die am Montag dem Gemeinderat vorgestellt wurden: Leyla Hagous und Gina Mancuso, beide 17, haben ein Schulungswochenende absolviert und möchten nun im „Downtown“ Verantwortung übernehmen. Sie schlugen vor, beispielsweise gemeinsames Kochen anzubieten.

Für die Zukunft könnte sich Stephan Morand ein verändertes Konzept mit weniger Öffnungstagen vorstellen, die dann aber zu zweit besser betreut würden. Eine stärkere Kooperation mit den selbst verwalteten Jugendräumen in den Ortsteilen hält er aufgrund der unterschiedlichen Zielgruppen für schwierig, wie er auf Nachfrage sagte.

Gemeinderat Rudolph Mayer bedauerte den Fortgang Morands und lobte die „wirklich gute Arbeit“. Bürgermeister Christian Renkert bedankte sich für vier Jahre „gute Zusammenarbeit“.