Kandern Von Holzen in die ganze Welt

Reiner Dickele, Andreas Manuel und Heinz Ehrmann (v. l.) an der „Braut“, die aufgrund ihrer Güte mit 1287 Euro den höchsten Festmeterpreis erzielte. Foto: Reinhard Cremer Foto: Weiler Zeitung

Anfang Februar fand die 55. Markgräfler Wertholzsubmission statt. Dabei wurden von der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Dreiländereck rund 570 Festmeter (Fm) qualitativ hochwertigen Eichenholzes verkauft.

Von Reinhard Cremer

Kandern-Holzen. Bei einer Submission haben Interessenten die Gelegenheit, innerhalb eines eng bemessenen Zeitrahmens schriftliche Gebote abzugeben. Im vorliegenden Fall wurde die Submission am 6. Februar um 9 Uhr eröffnet. Bereits am Folgetag wurden die Zuschläge, bei denen es ausschließlich um die Höhe der abgegebenen Gebote ging, bekanntgegeben.

Gelagert wird das Eichenholz auf den Wertholzplätzen in Müllheim und im Wald oberhalb von Holzen. Der Holzener Platz umfasst den Landkreis Lörrach einschließlich Staatswald, während in Müllheim das Holz aus dem Landkreis Breisgau/Hochschwarzwald gelagert wird.

Anlässlich eines Pressetermins auf dem Holzener Platz erläuterte der neue Geschäftsführer der FBG Dreiländereck, Andreas Manuel, gemeinsam mit dem langjährigen FBG-Mitarbeiter Heinz Ehrmann und dem zuständigen Revierförster Rainer Dickele Einzelheiten und Hintergründe des Eichenholzverkaufs.

Der Gesamterlös aus der jüngsten Submission beläuft sich auf mehr als 370 000 Euro. Alle Stämme konnten verkauft werden. Verwendet wird das Holz für die Furnierherstellung, die Fassholzproduktion und als Schreinerware. Die Kunden kommen aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Österreich und der Schweiz. Den weitesten Weg von rund 1000 Kilometer legt das Holz für die Fassherstellung in den Südwesten Frankreichs zurück. Von dort gehen die Fässer aus Markgräfler Eichenholz in die ganze Welt.

Den höchsten Preis pro Festmeter mit 1287 Euro erzielte die „Braut“ (Herkunft des Namens ist unbekannt) mit einer Stammlänge von 3,14 Metern infolge ihres regelmäßigen Aufbaus und ihrer Farbe. Der wertvollste Stamm spülte 4470 Euro (770 Euro pro Fm) in die Kasse.

Höchstpreise auf dem Holzmarkt erzielen Eichen und Douglasien

Neben Douglasie erzielt die Eiche die höchsten Preise. Beide Baumarten können jedoch nicht gemeinsam aufwachsen, da sie unterschiedliche Ansprüche an die Böden stellen.

In Holzen bietet der tiefgründige Lehm-Lössboden ideale Voraussetzungen für die Eiche. Wie Reiner Dickele bei einem Rundgang durch eine Eichenschonung erklärte, brauchen die heute gepflanzten Eichen bis zu 250 Jahre, bis sie geerntet werden können – so keine Stürme oder sonstige Ereignisse ihnen zwischenzeitlich den Garaus machen. Dickele machte deutlich, dass des Deutschen liebster Baum gesetzt werden muss. Überließe man den Wald ausschließlich der Naturverjüngung, gäbe es keine Eichenwälder, da ihnen von anderen Pflanzen der zum Wachsen notwendige Platz und das nötige Licht genommen würden. Für die Nachzucht werden nur die Eicheln qualitativ wertvoller Bäume gesammelt.

Neben ihrem wirtschaftlichen Wert stellen Eichen auch hochwertige Ökosysteme dar. Eine von ihnen profitierende Tierart ist der seltene Hirschkäfer. Diese „künstlich“ geschaffenen Eichenwälder leisten einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität, hieß es.

Förster Dickele nutzte die Gelegenheit, auch noch seine Lieblingseiche zu zeigen. Sie steht im Stadtwald Kandern und hat bei einem Alter von rund 220 Jahren eine Höhe von über 40 Metern erreicht bei einem Durchmesser in Brusthöhe (BHD) von gut einem Meter. Aber auch sie wird irgendwann einmal dem Nachwuchs Platz machen müssen.

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