Kandern Warten auf Zuschussbseid

Weiler Zeitung, 15.11.2017 00:38 Uhr

Von Alexandra Günzschel

Ein zentrales Thema war gestern Morgen bei der öffentlichen Sitzung der Verbandsversammlung des Abwasserverbands Unteres Kandertal der geplante Stauraumkanal für Wollbach. Ob das Großprojekt für geschätzt 1,9 Millionen Euro im kommenden Jahr angegangen wird, hängt von der Bewilligung eines Förderantrags ab, den die Stadt Kandern gestellt hat.

Kandern-Wollbach. Gebaut werden soll ein unterirdischer Regenrückhaltekanal in der Nähe des Wollbacher Bahnhofs, der bei Starkregenereignissen 480 Kubikmeter Wasser fassen könnte. Dadurch können Überschwemmungen effektiv verhindert werden. Kostengünstigere Alternativen zu dem teuren unterirdischen Bauwerk gibt es offenbar nicht, wie schon in einer der vergangenen Sitzungen erörtert wurde.

Nun hofft man auf Fördermittel für das Projekt. Die Entscheidung darüber wird im Frühjahr 2018 fallen. Sollten keine Zuschüsse fließen, wird die Stadt Kandern für das Jahr 2019 erneut einen Förderantrag einreichen. Der Baubeginn würde sich dann entsprechend verschieben.

Neben dem Wollbacher Projekt soll im kommenden Jahr auch mit dem Bau eines Beckens in Ötlingen begonnen werden. „Beide Projekte werden über eine Kreditaufnahme finanziert“, wie Geschäftsführer Michael Herr gestern erklärte. Sie sind in Zusammenhang mit der Gesamtentwässerungsplanung zu sehen, die für den Abwasserverband Unteres Kandertal einen Schwerpunkt bildet.

Für die Errichtung des Wollbacher Bauwerks werden 460 000 Euro sowie eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 1,1 Millionen Euro bereitgestellt. Erste Projektkosten in Höhe von rund 100 000 Euro für den Stauraumkanal sind bereits in diesem Jahr angefallen.

Mit Ötlingen ergeben sich nun für den Haushaltsplan 2018 eine geplante Kreditaufnahme in Höhe von rund einer Million Euro sowie ein Gesamtbetrag der Verpflichtungsermächtigungen über zwei Millionen Euro.

Kämmerer Achim Blaschke verwies zudem auf eine moderate Anhebung der Betriebskostenumlagen für den Sammler auf 617 890 Euro und die Regenüberlaufbecken auf 216 210 Euro, die für einen erhöhten Unterhaltungsaufwand anfallen.

Das Haushaltsvolumen liegt insgesamt bei 2,4 Millionen Euro, wovon 1,3 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt entfallen.

Von Eimeldingens Bürgermeister Oliver Friebolin wurde der Wunsch geäußert, die Einwohnerzahlen und somit die prozentuale Beteiligung der einzelnen Mitgliedsgemeinden wieder auf den neusten Stand zu bringen.

Als Stauraumkanal werden Kanalisationsbauwerke von Mischsystemen bezeichnet, in denen das bei heftigen Regenfällen ankommende Wasser zunächst gestaut und nur gedrosselt in die nachfolgende Kanalisation abgelassen wird. Ein Stauraumkanal ist somit ein Sammelkanal mit größerem Durchmesser (Quelle: Wikipedia).

 
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