Kandern Winterquartiere für Igel samt Fluchtweg erstellt

Freude bei Klein und Groß beim Bauen der Igel-Häuser für den Tierschutzverein Foto: Ines Bode Foto: Weiler Zeitung

Kandern-Wollbach (ib). Mit Feuereifer bei der Sache waren die kleinen Akteure beim letzten Projekt im Reigen des Ferienprogramms – organisiert wurde die sommerliche Beschäftigung vom Kinder- und Jugendtreff Wollbach.

Die Aufgabe des Tages drehte sich indes um winterliche Belange, konkret um den Bau von Winterquartieren für Igel. 13 Holzhäuschen galt es im Rahmen einer Familienaktion herzustellen. Dreimal lud der Vorstand um Sandra Probst und Bettina Ihl dieses Jahr bewusst die ganze Familie ein. Ein kluger Schachzug, da die jungen Baumeister jeden Handgriff der anwesenden Väter Frank und Gerd genau verfolgten, um dann tatkräftig loszulegen.

Für den zehnjährigen Janus etwa gab es nur eines: möglichst rasch und professionell die Minihütte zusammenzuschrauben. Mit konzentriertem Blick und gekonnter Handhabe kam der Akkuschrauber beim Montieren des Korpus zum Einsatz. Hanne (9) und Finn (11) geben derweil ihr Wissen zum Igel preis. Dass sich das Stacheltier im Garten eingenistet habe, sei ganz einfach an gewissen Hinterlassenschaften zu erkennen, berichtet Hanne verschmitzt.

Finn und seine Schwester Linea warten derweil passend zum Thema mit einer netten Geschichte auf. Die Familie habe dieser Tage unerwarteten Zuwachs bekommen, denn im Abstellbereich neben dem Carport sei ein deutliches Rascheln zu vernehmen. Auch trockenes Laub wurde „angeschafft“, und zwar direkt bei der Mülltonne.

Laut der Geschwister lebe ein Igel in dem Hohlraum unter der Tonne. Zu sehen bekamen sie den scheuen Kollegen freilich noch nicht. Abzuklären sei nun, wie man verfahre, wenn der Behälter zwecks Leerung bewegt werden müsse.

Abhilfe ließe sich mit einem Igel-Häuschen schaffen. Einige Vereinsmitglieder werden ein solches Bauwerk zu je 25 Euro käuflich erwerben, versichern die Vorstandsfrauen. Der Erlös komme der Igelpflegestelle des Tierschutzvereins Weil am Rhein zu Gute, wie überhaupt die gesamte Aktion zugunsten der Igelpflegestelle anberaumt wurde.

Die Idee lieferte Vereinsmitglied Bea Schreiber. Ihre Überlegungen, welch nützliche Beschäftigung sich für den Familientag anbieten würde, mündeten in der karitativen Unternehmung für den Weiler Tierschutz.

Um aufkommende Fragen zu beantworten, fand sich auch Sibylle Nötzold ein, die Leiterin der Igel-Pflegestelle. Der Expertin zufolge gibt es bereits Bundesländer, die den Igel auf die Rote Liste des Artenschutzes setzen mussten. In der hiesigen Region seien seine größten Feinde der Dachs und der Uhu sowie der Fuchs. Die Aufgabe sei laut Nötzold, dem Igel etwas Lebensraum zurückzugeben.

Ein Igelhaus braucht Fluchtwege, auch das wurde beim Bau bedacht. Deshalb wurde eine Zwischenwand als eine Art Flur eingebaut, dem sich das „Wohnzimmer“ anschließt. Beide Räume weisen Schlupflöcher nach außen auf, die jedoch wie bei einem Labyrinth verwinkelt angebracht werden, um es Feinden schwer zu machen.

Zum Schluss kommt außen geruchsfreundlicher Bio-Lack zum Einsatz, wie Bettina Ihl bekannt gibt. Sie dankt mit Sandra Probst, auf deren Anwesen die Aktion stattfand, den Holz-Spendern, es waren die beiden örtlichen Schreinereien.

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