Kandern Wohnhaus fällt Flammen zum Opfer

Alexandra Günzschel

Der Dachstuhl eines Wohnhauses in Tannenkirch stand lichterloh im Flammen, als die Feuerwehr am Sonntag kurz nach der Alarmierung um 19.20 Uhr am Einsatzort eintraf. Eine Stunde später stiegen noch immer dichte Rauchschwaden aus dem Haus empor. Der Löscheinsatz dauerte bis 3 Uhr morgens.

Von Alexandra Günzschel

Kandern-Tannenkirch. Schon bei der Anfahrt wurde die Eskalationsstufe auf „B 4“ angehoben, wie Michael Raab von der Kanderner Feuerwehr vor Ort berichtete. Es handelte sich um ein bewohntes Gebäude. Eine Person erlitt bei ersten Löschversuchen eine Rauchgasvergiftung und wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Die anderen vier Bewohner konnten noch während des Löscheinsatzes in einer nahe gelegenen Ferienwohnung untergebracht werden, die Ortsvorsteher Fritz Höferlin der über Nacht obdachlos gewordenen Familie zur Verfügung stellte.

Die Einsatzleitung hatte Kommandant Günter Lenke. Nach einer kurzen Nacht war er gestern Morgen schon wieder im Einsatz – als Unterstützer bei der Impfaktion in Kandern. Dort wurden die Kanderner Feuerwehrleute gestern auch geboostert, nachdem es in einem ersten Anlauf nicht geklappt hatte.

Lenke sprach von einer schnellen Brandausbreitung und bedauert, dass das Haus nicht mehr zu retten war, obwohl die Kanderner Einsatzkräfte schnell vor Ort waren. So brauchte die Abteilung Stadt gerade mal acht Minuten zum Einsatzort.

Weitere Abteilungen noch während der Anfahrt nachgefordert

Noch während der Fahrt wurden weitere Abteilungen angefordert. „Es war gut, dass wir so schnell reagiert haben“, sagt der Kommandant rückblickend. Immerhin konnte das Übergreifen auf umstehende Gebäude des landwirtschaftlichen Komplexes verhindert werden.

Aus Lörrach wurden der Gerätewagen Atemschutz, die Drehleiter und ein Tanklöschfahrzeug nachgefordert. Aus Kandern waren die Abteilungen Stadt, Tannenkirch, Holzen, Wollbach und Feuerbach im Einsatz – unter anderem mit der Kanderner Drehleiter und einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug. 90 Einsatzkräfte und 15 Fahrzeuge waren vor Ort.

Regelmäßige Lagebesprechungen waren für die Brandbekämpfung notwendig, letztlich auch um die Einsatzkräfte zu koordinieren. Das Wasser wurde aus drei Hydranten hochgepumpt. Außerdem wurde zum Tannenkircher Löschweiher eine 500 Meter lange doppelte Leitung verlegt. „Der Brandweiher war für den Löscheinsatz sehr wichtig“, betonte Lenke, der auch die Zusammenarbeit am Einsatzort positiv hervorhob.

Die Brandbekämpfung erfolgte innen und außen am Gebäude sowie über die beiden Drehleitern. Zwei Atemschutztrupps wechselten sich ab. Gegen drei Uhr wurde dann auch mit Schaum gelöscht, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Anwohner versorgten die Einsatzkräfte mit warmen Getränken

Ebenfalls vor Ort waren Mitarbeiter des Stromversorgers Energiedienst. Zeitweise waren die Häuser in der unmittelbaren Nachbarschaft vom Stromnetz abgehängt.

Für die Verpflegung der Einsatzkräfte sorgte das örtliche DRK, unter anderem mit Erbsensuppe. Lenke berichtet zudem von einer großen Hilfsbereitschaft der Tannenkircher Bevölkerung, die die Einsatzkräfte mit Kaffee und Tee versorgte, bis die Brandwache um 7 Uhr morgens beendet werden konnte.

Auch Polizei, Wassermeister, Kreisbrandmeister Uwe Häubner, die Kanderner Bürgermeisterin Simone Penner und das THW waren vor Ort. Die Führungsgruppe bestand aus Kräften aus Kandern, Bad Bellingen, Schliengen und Malsburg-Marzell.

Noch am selben Abend stand fest, dass das Haus nicht mehr bewohnbar sein wird. Der Schaden wird auf etwa 600 000 Euro geschätzt. Das Gebäude wird nun abgestützt, so dass es wieder betreten werden kann. Die Polizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

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