Kleines Wiesental „Die letzten Mohikaner“

Hinterwälder auf der Weide – regionales Fleisch von Tieren, die im regionalen Schlachthaus geschlachtet werden. Archivfoto: Sonja Eiche Foto: Markgräfler Tagblatt

Was ist der Sinn der Weide- und Forstgemeinschaft Raich? Diese Frage stellte Vorsitzender Benedikt Schmidt bei der Hauptversammlung im Gasthof Adler in Ried.

Von Sonja Eiche

Kleines Wiesental-Raich .Hintergrund ist die geringe Anzahl der Landwirte, die Knappheit der Mittel und die „immer weniger werdende Substanz“, so Schmidt. Er begrüßte die anwesenden Aktiv- und Förder-Mitglieder sowie Bürgermeister Gerd Schönbett, Gemeinderätin Silke Meyer und Ortsvorsteherin Marion Meyer.

Rückblick

Man blicke auf ein ruhiges Jahr 2019 zurück, so Schmidt, was auch Schriftführerin Marion Meyer mit ihrem Jahresbericht bestätigte. Das wichtigste Ereignis war der Verkauf des kleinen Pumpfasses, weil die Reparatur unverhältnismäßig hoch gewesen wäre.

Finanzen

Rechner Günter Andris konnte für 2019 von einem Plus berichten. Bei den Einnahmen machten Zuschüsse den Löwenanteil aus, bei den Ausgaben sind es die Investitionen und Reparaturen – im vergangenen Jahr jedoch überschaubar. Kassenprüfer Hansjörg Kropf belegte die einwandfreie Kassenführung; er erhält 2020 Unterstützung von Michael Georg, der das Amt von Dietmar Garni übernimmt.

Bürgermeister Gerd Schönbett nahm die Entlastung des Vorstands vor, die einstimmig erteilt wurde.

Mit seiner Frage nach dem heutigen Sinn der Weide- und Forstgemeinschaft stieß Benedikt Schmidt eine Grundsatzdiskussion an. Da es immer weniger Landwirte gibt – und die wenigen Landwirte oft ihre eigenen Maschinen und Geräte anschaffen, ist die gemeinschaftliche Nutzung und Finanzierung - in Frage gestellt. Auch die Erweiterung der Weidegemeinschaft in Weide- und Forstgemeinschaft hat hier keinen entscheidenden Vorteil gebracht. Reparaturen seien bisher noch tragbar, Neuanschaffungen aber kaum zu stemmen.

Wie könnte Geld in die Kasse kommen? - so lautet die Herausforderung. „Wir sind nur noch vier Bauern – die letzten Mohikaner“, so der Vorsitzende, „und wenn ich nicht weiß, wie es weitergeht, kann ich mich nicht zur Wahl stellen.“ Die knapp 20 Anwesenden zeigten Betroffenheit und möchten ihren Vorsitzenden nach Kräften unterstützen.

Der Bürgermeister bestätigte, dass durch die weniger gewordenen Landwirte die Maschinen nicht mehr durch die Gemeinschaft refinanziert werden. Um das Problem aufzufangen, wurden einige Vorschläge eingebracht - unter anderem die Ausrichtung eines Festes mit Bewirtung, ein Gewinn-Anteil vom Brauchtumsfest, höhere Gebühren für Flächenbearbeitung und Maschinen-Nutzung, Verkauf bestimmter Maschinen, ein befristeter Pacht-Verzicht (auf Landfläche).

In diesem Zusammenhang bittet Günter Meyer, der sich um die in der Lindenhalle eingestellten Maschinen kümmert, um Meldung, wenn etwas defekt ist. Die Erhaltung der Geräte und Maschinen ist nur durch sorgfältige Pflege möglich. Die Anschaffung eines Kippers steht an. Manfred Georg, der zweite Vorsitzende, fragte die Anwesenden nach der gewünschten Größe. Bis zur nächsten Hauptversammlung sollen Angebote eingeholt werden.

Von großer und positiver Bedeutung ist jedoch weiterhin die regionale Fleischerzeugung - die Stärke der Kleinwiesentäler Landwirtschaft. Die Weideviehhaltung der behornten Hinterwälder und Vorderwälder Kühe und Ochsen auf artenreichen Wiesen sichert hochwertige Milch und feinstes Fleisch - zumal im ortsnahen Schlachthaus verantwortungsvoll geschlachtet wird.

Über die mit den Landwirten kooperierenden regionalen Gasthäuser kommt man in den Genuss köstlicher Gerichte. Und das ist ganz im Sinne des Biosphärengebiets.

Wahlen

In ihren Ämtern wurden auf weitere drei Jahre einstimmig bestätigt: Vorsitzender Benedikt Schmidt, zweiter Vorsitzender Manfred Georg, Schriftführerin Marion Meyer und Rechner Günter Andris.

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