Kleines Wiesental Flößerei, Handel und ein Mord

Markgräfler Tagblatt, 19.06.2017 23:00 Uhr

Kleines Wiesental-Tegernau (hf). Im Rahmen eines gut besuchten „Krone“-Frühschoppens stellte Ralf Dorweiler kürzlich sein Buch „Der Pakt der Flößer“ vor.

Seit Jahren hat sich Dorweiler mit seinen „alemannischen Krimis“ aus dem Wiesental eine treue Leserschaft erschrieben und seine neuesten Werke immer im Wirtshaus-Museum „Krone“ in Tegernau vorgestellt.

Seine jüngste Lesung, zu der wieder die Fangemeinde seiner Krimis erschienen war, hatte das neueste Werk des Autors „Der Pakt der Flößer“ zum Thema.

Dabei handelt es sich um einen historischen Roman, der sich um die Schwarzwald-Flößerei dreht und dabei das heimatliche Gewerbe und die historischen Verhältnisse im 17. Jahrhundert im Schwarzwald und in Amsterdam beleuchtet.

Spannend erzählte der Autor von der Flößerei im Kinzigtal, den gewaltigen Flößen auf denen bis zu 700 Menschen arbeiteten, dem Holzhandel vom Schwarzwald über verschiedene Handelsstationen bis nach Amsterdam – das Ganze eingebettet in eine fesselnde Geschichte um den Flößersohn Jacob und dessen erste Reise mit einem Floß nach Amsterdam. Und ein Mord kommt natürlich auch vor.

Die Leser erfahren viel Neues über ein wichtiges Thema aus dem Bereich der Heimat- und Wirtschaftsgeschichte. So wurde das Schwarzwaldholz mit kleineren Flößen bis nach Straßburg geschafft und weiter bis Koblenz, wo dann die großen Hollandflöße gebaut wurden. Dabei wurden bis zu acht Lagen Holzstämme übereinander gestapelt und zu Flößen mit bis zu 400 Metern Länge zusammen gebunden. Ziel der Reise war Amsterdam, der seinerzeit größte Abnehmer für das Schwarzwaldholz. Amsterdam selbst ist auf einem Fundament von Hunderttausenden von in den Boden gerammten Holzstämmen aus dem Schwarzwald errichtet.