Kleines Wiesental Millionenprojekt abgeschlossen

Kleines Wiesental - Eine vierjährige Bauzeit in Neuenweg hat mit der Fertigstellung des komplett neuen, insgesamt acht Kilometer langen Leitungsnetzes sowie neuen Pumpen und einem Tageshochbehälter bei den Oberen Belchenhöfen ihren Abschluss gefunden.

Bürgermeister Gerd Schönbett wirkt erleichtert. Es sei letztlich der Klimawandel gewesen, der zu der Entscheidung geführt habe, die Wasserversorgung im Kleinen Wiesental sicherer zu machen. Vier trockenheiße Sommer hätten auch die Bewohner der Belchenhöfe überzeugt, sich von den eigenen, öfters trocken fallenden Brunnenstuben zu verabschieden und sich ans kommunale Versorgungsnetz anschließen zu lassen.

Erleichterung auch beim Ortsvorsteher von Neuenweg, Klaus Worms, dass das Projekt in einem wahren Kraftakt gestemmt werden konnte. Er konnte sich bislang selbst nicht auf einen zuverlässigen Wasserdruck am oberen Ortsrand von Neuenweg verlassen.

„Wenn es im Sommer mal vier Wochen nicht geregnet hat, saßen die Belchenhöfe auf dem Trockenen und mussten mit Tankwagen versorgt werden“, berichtet Gerd Schönbett. Aber auch die Wasserqualität stimmte bisweilen nicht immer, dann nämlich, wenn es bei Starkregen Verunreinigungen in den Quellbereichen gab. Jetzt ist das Trinkwasser durch UV-Licht desinfiziert und durch Kalkzugabe neutralisiert.

Technische Herausforderung

Für Harald Lais, den zuständigen Bauleiter der Planungsgruppe Leppert, war es vor allem eine technische Herausforderung, das gesamte Wasserleitungsnetz von Neuenweg zu erneuern. „Schauen Sie mal auf die extreme Topografie“, verweist Lais auf die beträchtlichen Höhenunterschiede. Vom Hochbehälter Hinterheubronn fließt das Wasser aus 950 Höhenmetern hinunter nach Neuenweg, das auf 730 Metern über Normalnull liegt.  Für eine Versorgung der höchsten Häuser von Neuenweg in Richtung Hau habe der Druck bislang kaum ausgereicht, berichtet der Ortsvorsteher aus eigener Erfahrung. Um das Wasser von Neuenweg hinauf zu den oberen Belchenhöfen zu pumpen, müssen jetzt nicht weniger als 21 bar Druck aufgebracht werden.

1,8 Millionen Euro verschlangen die neuen Wasserleitungen von Neuenweg mit der Pumpstation am Feuerwehrhaus, dem Bau des Tagesbehälters oberhalb der Belchenhöfe, der Erweiterung des Hochbehälters in Heubronn und diverser technischer Erfordernisse. Das Maßnahmenpaket wurde mit rund 1,3 Millionen Euro durch das Land unterstützt. „Und zwar, weil wir vergleichsweise niedrige Wasserpreise erheben“, erläutert Schönbett. Trotzdem kam die Gemeinde Kleines Wiesental nicht umhin, den Wasserzins jetzt auf 2,36 Euro je Kubikmeter Frischwasser anzuheben, wie der Gemeinderat beschloss.

Eine sichere Wasserversorgung im Kleinen Wiesental vom Belchen bis hinunter nach Wieslet ist eine zehnjährige Herausforderung, die mit dem Abschluss der Maßnahme in Neuenweg weitgehend abgeschlossen ist.

Hohe Investitionen notwendig

Hier die Investitionen (gerundet), die nötig waren: Heubronn - Neuenweg - Belchenhöfe 1,8 Millionen Euro,

Hochbehälter Demberg 650 000 Euro, Hochbehälter Wambach 450 000 Euro, Hochbehälter Oberhäuser 400 000 Euro, Bürchau 750 000 Euro, Raich - Schwand - Demberg - Wies 500 000 Euro, Wambach - Sallneck 35 000 Euro, Sallneck - Ebigen 250 000 Euro, Niedertegernau - Wieslet 400 000 Euro und , Schwand - Tegernau 20 000 Euro.

Jetzt steht im nächsten Jahr noch die Verbindungsleitung von Eichholz nach Wieslet an. Kostenpunkt: 450000 Euro.

„Wir haben der Gemeinde Neuenweg ganz schön ’was an Belastungen zugemutet“, räumt Bauleiter Harald Lais ein und bezieht sich auf die vierjährige Bauzeit. „Aber jetzt hat Neuenweg eine Top-Infrastruktur.“ Denn „nebenbei“ sind in Neuenweg in den vier Jahren auch noch 8900 Meter Kabel für die Breitbandversorgung verlegt worden, zudem 650 Meter Kabel für neue Straßenlaternen, außerdem 6700 Meter Erdkabel für die Stromversorgung sowie schließlich noch 2100 Meter Leitungen für die Nahwärmeversorgung. „Das addiert sich insgesamt zu einer kaum vorstellbaren Gesamtlänge von 26400 Metern, die in Neuenweg in die Erde kamen“, rechnet der Projektleiter vor. Das entspricht der Distanz vom Kleinen Wiesental bis nach Lörrach.

Und dann liefert Harald Lais noch eine Zahl: „Seit September 2017 sind in Neuenweg fünf Millionen Euro verbaut worden, nicht nur von der Gemeinde für die Wasserversorgung, sondern auch vom Energiedienst, dem Zweckverband Breitband und der EWS für die Nahwärme.“

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