Kleines Wiesental Nadelholzmarkt läuft schlecht

Über die Holzmarktlage informierte die FBG.Foto: Archiv Foto: Markgräfler Tagblatt

Die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Kleines Wiesental hielt in Schopfheim ihre Vertreterversammlung ab, die sechs kommunale und über 1700 private Mitglieder repräsentiert.

Kleines Wiesental. Der Vorstandsvorsitzende Rainer Strittmatter berichtete über die Tätigkeit des Vorstands im vergangenen Jahr. Auch 2020 war das bestimmende Thema die „katastrophale Situation auf Nadelholzmarkt“.

Geschäftsführer Michael Meyer-Heisig stellte den Vertretern des Privat- und Kommunalwaldes die Bilanz 2020 vor. Im vergangenen Jahr gab es durch Waldbesitzer einen Verkaufsauftrag für etwa 59 000 Festmeter an die FBG Kleines Wiesental. Jeweils rund die Hälfte der Holzmenge kam aus dem Privat- und dem Kommunalwald, was auch der Flächenverteilung der Mitgliedsbetriebe entspricht.

Trotz der durch Corona bedingten starken Einschränkungen der Wirtschaft und des sozialen Lebens lief die Holznachfrage in der Baubranche weiter, heißt es in einer Pressemitteilung zur Versammlung. Die großen Mengen an Käferholz konnten allerdings nicht durch die heimische Sägeindustrie abgenommen werden, da bundesweit Millionen Kubikmeter dieses Kalamitätsholzes anfielen. Daher war der Export nach Asien eine Möglichkeit, die heimischen Märkte zu entlasten. Die Preise für das Käferholz fielen 2020 je nach Sortiment bis auf unter 20 Euro je Festmeter. Mit Beginn des Herbstes setzte eine unerwartete, massive Steigerung der Nachfrage sowohl in Deutschland als auch den außereuropäischen Hauptmärkten nach Holz ein, die zu einem steilen Preisanstieg auf den Schnittholzmärkten führte. Bis zu den Waldbesitzern schlug die Preisexplosion auf den Bauholzmärkten allerdings nicht durch. Gut verdient haben laut Pressemitteilung die Sägewerke und vor allem der Handel.

Bei den Nadelhölzern waren gute Tanne, Douglasie und Lärche gesucht. Laubstammholz erzielte ähnliche Preise wie im Vorjahr. Einzelne bessere Eichen konnten bei Versteigerungen sehr gute Preise erzielen. Auch Esche konnte weiterhin sehr gut abgesetzt werden.

Die Umsatzerlöse der FBG betrugen gut 2,05 Millionen Euro. Es konnte ein Überschuss von etwa 123 900 Euro erwirtschaftet werden. Die Vertreterversammlung entschied, dass zehn Prozent in die Wegeunterhaltung gehen sollen und der Rest in die Rücklage, beispielsweise um die Unternehmer-Dienstleistungen auf Wunsch der Waldbesitzer vorfinanzieren zu können.Für die Realisierung von ad-hoc-Projekten (zum Beispiel Sanierung der Holzlagerplätze) und die Vermeidung von Kreditaufnahmen. Allein für die Vorfinanzierung der Transporte zu Bahnhöfen und Containerladeplätzen wurden zirka 130 000 Euro benötigt.

Bei den Wahlen stand Ernst Niefenthaler aus Bürchau, der das Amt des Vorsitzenden der Vertreterversammlung seit 1993 inne hatte, nicht mehr zur Verfügung. An seiner Stelle bekleidet nun mit Christine Trautwein-Domschat, die Bürgermeisterin von Schwörstadt, nach fast 50 Jahren als erste Frau eine Funktion bei der FBG. Rainer Strittmatter aus Enkenstein stand nach acht Jahren ebenfalls nicht mehr zur Wahl als Vorsitzender des Vorstands. Diese Funktion übt nun Clemens Rüttnauer aus Wehr aus, der stellvertretende Vorsitzende der IG Dinkelberger Waldbesitzer. Martin Bühler dankte im Namen der Vertreterversammlung den ausscheidenden Funktionsträgern für ihr langjähriges Engagement zum Wohle der Waldbesitzer. Die übrigen Funktionsträger wurden für weitere vier Jahre bestätigt.

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