Kleines Wiesental Schwierige Situation im Forst

Das Jahr 2018 war so heiß und trocken wie selten. Foto: Archiv Foto: Markgräfler Tagblatt

In seiner Präsentation zur Situation der Forstbewirtschaftung im Kleinen Wiesental entwarf Marco Sellenmerten vom Forstamt Todtnau eine durchaus gemischte Einschätzung des Erfolgs der Forstbewirtschaftung in der Gemeinde.

Von Heiner Fabry

Kleines Wiesental. Durch eine günstige Durchmischung der Baumbestände und eine Verschonung des Waldes von größeren Kalamitäten – wie Wetterextremen und Käferschäden – sowie durch eine gute Waldwirtschaft, „sind wir im Kleinen Wiesental noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen“, so Marco Sellenmerten in seinem Bericht. Die Situation stelle sich im Vergleich zu anderen Kommunen deutlich positiver dar.

Betriebsergebnis 2018

Im Betriebsplan 2018 lag bei einem Einschlag von 7700 Festmetern der Einschlag nur geringfügig über dem im Forsteinrichtungsplan vorgesehenen Wert. Der Mehreinschlag ist vor allem auf erhöhte zufällige Nutzung zurückzuführen.

Das Ergebnis 2018 weist bei Einnahmen von 442  234 Euro und Ausgaben von 427 500 Euro einen bescheidenen Überschuss von 24 734 Euro aus.

Forsteinrichtung 2014-18

Mit einem Holzeinschlag in der Periode von 2014 bis 2018 lag der Einschlag von fast genau im Plan (47.254 Festmeter / Plan 45 200 Festmeter). Der leichte Mehreinschlag ist auf mehr zufällige Nutzung zurückzuführen und gefährdet nicht die nachhaltige Nutzung des Gemeindewaldes. Für den weiteren Planvollzug wird die künftige Nutzung auf neu jährlich 45 200 Festmeter festgesetzt.

Der Zwischenbericht bescheinigt dem Forst, dass Bestandspflege und Naturverjüngung ordnungsgemäß vorgenommen werden. Die ersten fünf Jahre des Plans waren wirtschaftlich sehr erfolgreich, heißt es im Zwischenbericht. „Die Ziele der Gemeinde wurden umgesetzt. Forstwirtschaftliche Standards wurden eingehalten.“

Waldschäden

Zu den klimabedingten Waldschäden führte Marco Sellenmerten aus, dass das Jahr 2018 so trocken und heiß wie selten war. Sturm- und Dürreschäden und ihre Folgen schufen im Jahr 2019 eine kritische Gefahrenlage im Landkreis und in ganz Europa. Dürre und Trockenheit schwächten die Bäume zusätzlich. Hinzu kamen Sturm- und Schneebruchschäden aus dem Winter 2018 / 2019 und dass das Käferholz aufgrund fehlender Transportkapazitäten nicht abtransportiert werden konnte.

Alleine in Baden Württemberg wurden für 2018 drei Millionen Festmeter Schadholz gemeldet – für Mitteleuropa waren es 73 Millionen Festmeter Schadholz. Diese Mengen führten am Holzmarkt zu teilweise dramatischen Preiseinbrüchen.

Sofortmaßnahmen

Um der Problematik Herr zu werden, empfiehlt der Einrichtungsplan, dass Käferbäume aus dem Wald entnommen werden. Befallene Bäume sollten ins Sägewerk transportiert werden, bevor die Käfer ausfliegen können. Als letzte Möglichkeit - wenn alle anderen Möglichkeiten erschöpft sind - sieht der Einrichtungsplan auch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vor, um finanzielle Auswirkungen für Waldbesitzer zu begrenzen.

Betriebsplan 2019

Für das laufende Betriebsjahr erwartet die Forstverwaltung bei einem Einschlag von 8600 Festmetern Einnahmen von 453 480 Euro und von Ausgaben von 402 880 Euro einen Überschuss von 50 600 Euro.

Betriebsplan 2020

Für das kommende Betriebsjahr dräuen dunkle Wolken am Forsthimmel. Die Einnahmen schätzte Marco Sellenmerten auf 254 480 Euro, die Ausgaben auf 363 450 Euro. Das bedeutet für das Jahresergebnis ein negatives Ergebnis von knapp 110 000 Euro (108 970 Euro).

In der Diskussion verfolgten die Gemeinderäte vornehmlich das Ziel, die mittel-und langfristigen Folgen der Waldentwicklung zu begrenzen. Die viel beschworene Umgestaltung des Waldes mit widerstandsfähigeren Bäumen war ein viel diskutiertes Thema. Marco Sellenmerten warnte vor zu viel Euphorie. „Kurzfristige Maßnahmen werden nicht greifen“, warnte er, „denn die Auswirkungen von ergriffenen Maßnahmen werden wir erst in einigen Jahren beurteilen können.“

Der Gemeinderat akzeptierte die von Marco Sellenmerten vorgestellten Berichte mit den vorgeschlagenen Lösungen, ergänzte sie nur mit dem von Bürgermeister Gerd Schönbett vorgeschlagenen Zusatz, dass Mittel für den Wegebau im Wald bis zum 1. August 2020 begrenzt werden sollen. Dann soll bei einer Zwischenbilanz definiert werden, ob die Ausgabensperre für den Wegebau im Wald beibehalten werden muss oder ob sie aufgegeben werden kann. Diese Einschränkung wurde einstimmig akzeptiert.

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