Kleines Wiesental Von Wieslet hinaus in die weite Welt

Wird 80: Horst Echsle. Foto: Heiner Fabry Foto: Markgräfler Tagblatt

Kleines Wiesental-Wiesle t (hf). Seinen 80. Geburtstag feiert am heutigen Dienstag der Hotelier Horst Echsle.

Horst Echsle war der Sohn von Revierförster Werner Echsle, der 1943 in Russland gefallen war. Seine Mutter war Gertrud Echsle, die frühere „Sonnen“-Wirtin in Wieslet. Gertrud Echsle war eine außergewöhnliche Wirtin und Köchin, die es mit der „Sonne“ sogar zu einem Stern im Guide Michelin brachte, und die ihr jahrzehntelanges engagiertes Wirken, ihre Überzeugungen an ihre Kinder weiter reichte. Der jüngere Bruder von Horst Echsle, Gerd, ging ebenfalls in die Gastronomie.

Horst Echsle hingegen machte zuerst eine Lehre als Maschinenschlosser bei der Firma Wittig in Schopfheim. Die Freude an der Gastronomie wurde geweckt, als ihm sein Bruder eine Stelle als Kellner im Hotel „Löwen National“ in Triberg vermittelte. Als er dann den Servier-Töchtern in Wieslet beibringen wollte, wie man richtig servieren soll, intervenierte seine Mutter: „Halt dich da raus, die Mädchen bleiben, und du gehst ja wieder.“

Horst Echsle wurde tatsächlich das Leben im Kleinen Wiesental zu eng. 1961 zog der junge Mann – ausgestattet mit 60 D-Mark – bei Nacht und Nebel hinaus in sein neues Leben in der Gastronomie und Hotellerie.

Ihm wurde eine Stelle im Schweizerischen Fribourg angeboten. Von dort wechselte er zum Hotel „Continental“ nach Biel, um seine Französisch-Kenntnisse zu verbessern. Der dortige Chef de Service vermittelte ihm einen Sprachaufenthalt in England. In Bornemouth lernte Horst Echsle seine spätere Frau Heidi Hug kennen. Die Ehe mit Heidi Hug war für Horst Echsle der größte Glücksfall in seinem Leben. Sie hatte eine kaufmännische Ausbildung aus ihrer Zeit in den USA. Sie unterstützte ihren Mann nach Kräften bei all ihren gemeinsamen Unternehmungen.

Nach dem Abschluss an der Hotelfachschule Luzern kehrte das junge Paar nach England zurück. Dort war Horst Echsle zuerst als Restaurationsleiter im Restaurant „Cosmo“ in London tätig, um dann ins Hotel „Sadacres und Sandanks“ in Poole zu wechseln.

1963 heirateten Horst und Heidi Echsle, und beide kehrten in die Schweiz zurück. Dort wurde der erste Sohn Andreas und zwei Jahre danach der zweite Sohn Peter geboren, der im Alter von nur zehn Jahren starb.

In Zürich-Wolishofen leiteten die Eheleute das dortige Café/Restaurant „Peter“. Danach übernahmen Heidi und Horst Echsle als Direktions-Ehepaar in Davos das Hotel „Cresta“ und anschließend auch den Neubau, Hotel „Cresta Sun“. In Davos schlossen sie einen Pachtvertrag mit dem Hotel „Europe“ und dem Restaurant „Palace Stübli“ ab. In Davos wurde der dritte Sohn Harald geboren.

Nach der Zeit in Davos gingen die Eheleute Echsle nach Ägeri im Kanton Zug und pachteten dort das Hotel „Seefeld“, das sie zu einem großen Erfolg führen konnten. Danach kauften sie das Hotel „Carina“ in Morcote/Tessin. In dieser Zeit zeigten sich bei Heidi Echsle erste Anzeichen von Multipler Sklerose. Die Ärzte empfahlen den Eheleuten, in eine ruhigere Umgebung zu wechseln. Sie verkauften das Hotel „Carina“ und kauften in Périgord (Südwest-Frankreich) das Château Ballerand, das sie in den kommenden zwölf Jahren bewohnten und renovierten.

Wegen der Krankheit von Heidi Echsle zog die Familie zurück in die Nähe der Heimat, wo Heidi an ihrem Geburtstag am 14. Februar 2009 in Wieslet durch einen tragischen Unfall starb.

Heute lebt Horst Echsle abwechselnd in seinem Haus in der Schweiz und seinem Elternhaus in Wieslet.

Seinen Geburtstag wird er zusammen seinen Söhnen, Enkelkindern, Freunden und Weggefährten feiern.

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