Kleines Wiesental Zuversicht beim Radwegprojekt

Manuel Hunn
Die Gemeinde wünscht sich einen Radweg zwischen Tegernau und Wieslet. Foto: Kristoff Meller

Wieder hat der geplante Radweg zwischen Tegernau und Wieslet den Kleinwiesentäler Gemeinderat beschäftigt. Zwar wurde der Abschluss einer Zusatzvereinbarung verschoben – über die Kosten des Projekts wurde dennoch diskutiert.

Auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung stand der Abschluss einer Zusatzvereinbarung zu Radweg, die die Räte allerdings offensichtlich relativ kurzfristig erreicht hatte. So beantragte Gemeinderat Matthias Leisinger zu Beginn der Sitzung, die Beschlussfassung auf die nächste Gemeinderatssitzung zu vertagen, da im Vorfeld nicht genügend Zeit gewesen sei, die Unterlagen in Augenschein zu nehmen.

Vorarbeit nötig

Bürgermeister Gerd Schönbett kam dieser Antrag nicht ungelegen: „Wir müssen noch ein bisschen Vorarbeit machen bis es weitergeht. Das kann man hoffentlich bis dorthin klären.“ Nachdem sich der Rat seit vier Jahren mit der Thematik beschäftige, komme es „ auf vier Wochen auch nicht an“. Schönbett schlug jedoch vor, den Tagesordnungspunkt in der aktuellen Sitzung schon grundsätzlich zu besprechen. Das Gremium stimmte dem Antrag Leisingers zur Verschiebung der Beschlussfassung einstimmig zu.

Als die Beratung des Radwegs an der Reihe war, wurde deutlich, welche „Vorarbeit“ Schönbett zuvor angedeutet hatte. Mit Blick auf die hohen Kosten, die das Projekt für die Gemeinde bedeute, sei der „Knackpunkt“ ein Grundstücksbesitzer. Der Bürgermeister erklärte, dass noch die Möglichkeit bestehe, den Verlauf des Radwegs so anzupassen, dass er über ein privates Grundstück führt. Dadurch könnte eine der derzeit geplanten drei Brücken „gespart werden“. Dies hätte eine deutliche Kosteneinsparung von 400 000 Euro zur Folge, da Planung und Bau von Brücken als Kostenpunkt „richtig reinhauen“ würden. Zwar gebe es bis jetzt kein positives Signal des Grundstücksbesitzers, aber „da müssen wir versuchen etwas zu machen“, so Schönbett.

Weiteres Geld vom RP

Der Bürgermeister hatte aber auch bereits in dieser Sitzung Positives zu vermelden: Das Regierungspräsidium habe „irgendwo eine Lücke gefunden“ und zugesagt bis zu 16 Prozent der Nebenkosten des Radwegs zu übernehmen. Schönbett stellte dem Gremium daraufhin eine neue Kostenrechnung des Planungsbüros vor. In dieser werde von der „teuersten Lösung“ mit drei Brückenbauwerken ausgegangen. Inklusive Kosten für Grunderwerb und Ausgleichsmaßnahmen (250 000 Euro) liegen die Gesamtkosten des Projekts bei rund vier Millionen Euro. Die reinen Baukosten betragen 3,15 Millionen Euro. Laut Rechnung betragen die Nebenkosten 660 000 Euro beziehungsweise 21 Prozent. Nach der Zusage der Kostenübernahme des Regierungspräsidiums blieben noch fünf Prozent (rund 150 000 Euro) an der Gemeinde hängen.

Noch 30 000 Euro

Da die Gemeinde für den Vorentwurf bereits 120 000 Euro ausgegeben hat, müsse sie nach dem jetzigen Stand noch weitere 30 000 Euro aufbringen. „Wir sind schon fast so viel in Vorleistung gegangen, wie auf die Gemeinde maximal zukommt“, so die Schlussfolgerung Schönbetts. Er erklärte, dass er bisher nur positive Rückmeldungen zum Projekt erhalten habe und betonte: „Auch wenn wir noch mal 30 000 Euro drauflegen müssten, wäre es das Projekt wert.“ Auf Nachfrage versicherte der Bürgermeister nochmals, dass die Vorleistungen der Gemeinde voll angerechnet werden und die zusätzlichen Kosten die angesagten 30 000 nicht übersteigen werden.

Mehrere Gemeinderäte pflichten Schönbett bei und teilten seine Zuversicht, dass dieser Betrag stemmbar sein wird. So brachte es Rolf Vollmer auf den Punkt: „Entweder wir geben 150 000 aus und wir haben etwas dafür, oder wir geben 120 000 aus und haben nichts.“

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