Kreis Lörrach - Insgesamt 1001 Delegierte wählen am Freitag einen Nachfolger für Angela Merkel im Amt des Bundesvorsitzenden der CDU. Wir haben heimische CDU-Politiker gefragt, wenn sie sich als Merkel-Nachfolger wünschen.

Während der heimische Bundestagsabgeordnete Armin Schuster und der stellvertretende Kreisvorsitzende Dominik Apel als offizielle Delegierte des Kreisverbands mitstimmen dürfen, wer von den drei Kandidaten Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK), Friedrich Merz oder Jens Spahn das Rennen machen soll, verfolgt auch die CDU-Basis in der Region die Abstimmung mit Interesse und Spannung. Wir haben uns im Landkreis ein wenig umgehört.

Paul Renz (Fraktionsvorsitzender im Kreistag): „Mein Favorit wäre Friedrich Merz, wobei ich auch gestehen muss, dass ich das Amt auch Annegret Kramp-Karrenbauer als ebenfalls starke Persönlichkeit zutrauen würde. Mit Merz erhielte die CDU aber wieder deutlich mehr an Kontur. Das Liberal-Konservative käme wieder mehr zum Tragen. Die CDU würde sich wieder deutlicher von anderen Parteien abgrenzen. Mit Merz könnte die CDU Wählerpotenzial zurückholen. Im Übrigen fand ich die Sache mit den Regionalkonferenzen zur Vorstellung der Kandidaten sehr gut, auch für die Zukunft unserer Partei.“

Diana Stöcker (Bürgermeisterin von Rheinfelden und Präsidentin des Districtrates des TEB): „Nachdem bereits Wolfgang Schäuble den Bann gebrochen und seine Meinung gesagt hat, darf man das ja wohl auch an der Basis. Meine Favoritin, keine Frage, wäre Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie ist viel verbindender, kann die Gruppierungen und Strömungen besser integrieren und zusammenbringen. Die beiden Herren polarisieren mir zu viel.“

Erich Blatter (stellvertretender Vorsitzender Kreis-Seniorenunion): „Ich schwanke zwischen Merz und AAK, favorisiere aber leicht Annegret Kramp-Karrenbauer. Ich erwarte eine sehr knappe Entscheidung zwischen ihr und Friedrich Merz, den ich ebenfalls sehr schätze. Sie ist relativ jung, eine Frau, hat bereits viel geleistet und weiß sich zu behaupten. Merz halte ich für ein wenig zu konservativ.“

Ulrich Lusche (Gemeinderat Lörrach): „Ich bin hin- und hergerissen. Ich halte AKK und Friedrich Merz für geeignete Kandidaten, Jens Spahn eher nicht. Was ich aber glaube: Dass es ein Bedürfnis gibt für einen Aufbruch. Es braucht einen gewissen Schnitt. Die CDU wird aber mit Beiden gut fahren.“

Eckhard Hanser (Vorsitzender CDU-Stadtband Rheinfelden und Professor DHBW Lörrach): „Friedrich Merz finde ich gut. Der hat Ahnung von Wirtschaft. Und er macht klare Aussagen. Man muss nicht mit allem einverstanden sein, er sagt aber seine Meinungen und bietet Lösungen an. AKK hätte lange schon Zeit gehabt, sich als Generalsekretärin erklären können.“