Kreis Lörrach Anhaltender Zuzug wird nicht berücksichtigt

Der Wohnungsmarkt in der Region ist weiterhin angespannt. Foto: Kristoff Meller Foto: Die Oberbadische

Kreis Lörrach (wer). Im Rahmen einer kleinen Anfrage im Landtag ist der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger der Frage nachgegangen, wie es um Wohnversorgungsgrad, Mietpreissteigerung und Mietbelastungsquote sowie Mietsteigerung steht. Konkret hat er Daten der Städte und Gemeinden Lörrach, Weil am Rhein, Grenzach-Wyhlen und Rümmingen abgefragt.

Aus dem Antwortschreiben von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut geht hervor, dass sich für Lörrach ein Wohnversorgungsgrad von 96, 7 Prozent (Weil: 91,1, GW: 96,5, Rümmingen: 93,8) ergibt. In Lörrach steht der Nachfrage von 26 135 Haushalten die Anzahl von 25 265 Wohnungen gegenüber. Das Angebotsdefizit beträgt somit 870 Wohnungen, in Weil fehlen laut Ministerium 1277 Unterkünfte.

Stickelberger betont in diese Zusammenhang, dass der Wohnversorgungsgrad lediglich das Angebotsdefizit an Wohnungen auf Grundlage von durchschnittlicher Haushaltsgröße und bestehendem Wohnungsangebot berechne. Der starke und anhaltende Zuzug in unsere Region werde indes nicht berücksichtigt, meint der Politiker.

Wohnungsversorgung

Weiter wollte er wissen, wie sich die Wohnversorgung für Neubürger gestaltet. Bei einer Landeszielgröße von einem Prozent übertrifft unter Berücksichtigung des Wohnungsbaus zwischen 2013 und 2018 lediglich Grenzach-Wyhlen den Wert mit 1,18 Prozent, schreibt die Ministerin. Unterdurchschnittlich zeigt sich Weil mit 0,6 Prozent. Es folgen Lörrach (0,89) und Rümmingen (0,99). Konkret zeigt sich in dem besagten Zeitraum in Lörrach unter Berücksichtigung der Leerstände und Fluktuationsreserve rechnerisch ein Wohnungszuwachs von 1301 Wohnungen.

Stickelberger zeigt sich kritisch: „Zumindest fraglich ist, ob die im Jahr 2013 leerstehenden Wohnungen (692) in Lörrach tatsächlich bis 2018 auf dem Wohnungsmarkt gekommen und nun bewohnt sind.“ In Weil am Rhein soll der rechnerische Zuwachs 581 Wohnungen betragen.

Mietbelastungsquote

Darüber hinaus wollte der Abgeordnete erfahren, wie das Verhältnis von Bruttowarmmiete und Haushaltseinkommen ausschaut. Die Mitbelastungsquote ist in Lörrach und Weil mit 24,2 Prozent identisch und liegt damit über dem Landesschnitt von 19,6 Prozent. Nur Rümmingen liegt mit 16,2 Prozent drunter, während in Grenzach-Wyhlen die Quote 19,9 Prozent beträgt. Gleichzeitig werde laut Stickelberger die Quote aufgrund der hohen Haushaltseinkommen der Grenzgänger stark verzerrt. Für Lörrach wurde ein durchschnittliches Haushaltseinkommen im Jahr von 53 751 Euro ermittelt (Weil: 50 974 Euro). Keinen Eingang in die Berechnungen finden der aktuelle Leerstand sowie nur zeitweise vermietete Wohnungen, moniert der SPD-Abgeordnete. Für Lörrach ergibt sich laut Ministerium eine Bruttowarmmiete von 14,19 Euro pro Quadratmeter. (Weil: 13,47).

Mietpreissteigerung

Was die Höhe und die Entwicklung von Angebotsmieten betrifft, kommt das Ministerium zu folgenden Ergebnissen: Der Landesschnitt von 25,4 Prozent wird nur in Weil unterschritten: In Lörrach beträgt die Steigerung 34,4 Prozent (Weil: 18,5, GW: 32,8, Rümmingen 29,5 Prozent). In Lörrach kostete die Miete im Jahr 2012 durchschnittlich 8,75 Euro pro Quadratmeter, im vergangenen Jahr waren es schon 11,76 Euro.

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