Kreis Lörrach Bessere Anbindung für Nachtschwärmer

Valentin Radonici
Nicht nur tagsüber, auch nachts können Zugreisende ab Mitte Dezember Verbindungen der S 6 nutzen. Foto: Michael Werndorff/Michael Werndorff

Das Angebot der Nachtverbindungen wird ausgebaut.

Die SBB baut ihr Angebot zwischen Lörrach und Basel SBB ab dem 10. Dezember aus. So stehen Zugreisenden mehr Optionen zur Verfügung. Bei den neuen Verbindungen handelt es sich um die Linie 6 der Regio-S-Bahn.

Die Neuerung soll in der Nacht auf den 16. Dezember starten. Bei der Strecke Basel – Lörrach ist die Einführung des neuen Angebots gegen 1 Uhr und 2 Uhr vorgesehen. Der erste Zug von Lörrach nach Basel wird gegen 1.30 Uhr fahren. Derzeit ist es so, dass die letzte S-Bahn der Linie S 6 um 23.46 Uhr von Basel SBB über Lörrach nach Zell im Wiesental fährt. In der Gegenrichtung startet die letzte Bahn um 1.07 Uhr in Zell, diese hat den letzten Halt im Badischen Bahnhof.

Frühe Verbindung möglich

Neben Nachtaktiven kommen auch Frühaufsteher beim neuen Angebot auf ihre Kosten. So führt die SBB eine neue Frühverbindung von Lörrach nach Basel SBB diesen Monat ein. Diese fährt jeweils samstags um 5 und sonntags um 6 Uhr.

Damit das neue Angebot überhaupt realisierbar wird, muss eine andere Verbindung weichen, wie Daniel König, Produktmanager für die S-Bahn-Linien S 5 und S 6 von SBB Deutschland erklärt: „Die Züge können dadurch verkehren, dass zukünftig ein äußerst nachfrageschwaches Zugpaar der S 5 „Gartenbahn“ in den Abendstunden entfällt, welches vor drei Jahren für die Anbindung eines InterCity zusätzlich bestellt worden ist.“ Die Zielgruppe des neuen Angebots seien sowohl Nachtschwärmer und Kulturinteressierte, als auch Reisende der letzten Fernverbindungen aus Deutschland und der Schweiz sowie des TNW-Nachtnetzes. Man wolle den deutschen Teil der trinationalen S-Bahn Basel ans Nachtnetz anbinden und gleichzeitig auf diverse Kundenwünsche, wie unter anderem des Jugendrats Lörrach reagieren.

Gut für die Verkehrswende

Karl Argast, SPD-Kreisrat und Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Schiene Dreiland ist über das Angebot erfreut, wie er gegenüber unserer Zeitung erklärt: „ Ich sehe die Verbindung schon lange als notwendig an, um die Verkehrswende voranzubringen.“ Kritisch empfinde der Verkehrsexperte jedoch die nicht vorhandene Anbindung aus dem Oberen Wiesental: „Leider ist diese Anbindung finanziell nicht umsetzbar und wurde auf dem Altar des nicht vorhandenen Geldes geopfert.“

Die Umsetzung eines Nachtzugangebots ist nicht neu: Schon zwischen 2004 und 2006 gab es ein vergleichbares Angebot der SBB. Dieses Angebot fiel dann einer Kürzung der Regionalisierungsmittel zum Opfer. Im Vergleich zu damals gibt es allerdings einige Veränderungen, wie König schildert: „Einerseits konzentrieren sich die Nacht- und Frühverbindungen auf den Abschnitt Basel SBB – Lörrach Hbf, anderseits werden diese, im Gegensatz zu den Anfangszeiten der Nachtzüge im Jahr 2004, mit unseren Flirt-Triebzügen und einem Sicherheitsdienst gefahren.“ Weiteren Verbindungen für Projekte stehe die SBB offen gegenüber, erklärt König. Diese müssten vom Land Baden-Württemnerg jedoch finanziert werden.

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