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Kreis Lörrach Damit der Biomüll reiner wird

Willi Vogl
Derzeit liegt der Anteil von Fremdstoffen im Biomüll im Landkreis Lörrach bei etwa fünf Prozent. Foto:  

Beim Biomüll kommt es immer noch zu Fehlbefüllungen. Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft arbeitet darauf hin, dass weniger Plastik in der braunen Tonne landet.

Ein roter Aufkleber „Kein Plastik in die Biotonnen!“ findet sich auf jeder neu ausgelieferten Biotonne im Landkreis Lörrach. Das Bewusstsein für die Begrenztheit der Ressourcen und die Notwendigkeit verantwortungsvoll damit umzugehen, wächst in der Gesellschaft.

Indes: Beim Biomüll kommt es immer noch zu Fehlbefüllungen etwa mit Plastiktüten oder Metallen. Dabei stellen nicht nur die Tüten aus Polyethylen oder Polypropylen, sondern auch die von der Wirtschaft und bisweilen auch von der Politik propagierten „biologisch abbaubaren Plastiktüten“ aus Erdöl-basierten Polymeren ein gewaltiges Problem dar. Auch sie werden in der Vergärungsanlage der Freiburger Firma Reterra nicht zersetzt und müssen aussortiert und danach verbrannt werden.

Ziel sind drei Prozent

Derzeit liegt der Anteil von Fremdstoffen im Biomüll des Kreises Lörrach bei etwa fünf Prozent. „Wir arbeiten darauf hin, bei der Befüllung eine Sortenreinheit mit bis zu höchstens drei Prozent Fremdstoffen zu erhalten“, erläutert Silke Bienroth, Betriebsleiterin des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft.

Um dies zu erreichen, leisten zwei Abfallberater kreative Aufklärungsarbeit mit den „Müllmonstern“, geben Basisinformationen in Flüchtlingsunterkünften, erteilen in Grundschulen altersgerechten Unterricht und veranstalten im Landratsamt ein Puppentheater für Kindergärten. Nach der Aussortierung bei Reterra dürfen laut Gesetz immer noch bis zu ein Prozent Fremdstoffe im Kompost sein. Der entspreche in der Zusammensetzung etwa dem Kompost aus Grünabfällen.

Der flüssige Gärrest wird überwiegend an Landwirte abgegeben, während der feste Gärrest als Kompost eher von Kommunen, Gartenbaubetrieben oder auch privaten Beziehern genutzt wird. Die können den Kompost als Schüttgut auf dem Firmenhof von Reterra selbst abholen.

Nutzer werden informiert

Der aktuelle Vertrag mit dem derzeitigen Müllentsorger, der Firma Kühl, läuft Ende des Jahres aus. Derzeit werden verschiedene Detektionstechnologien getestet, die Fremdkörper im Bioabfall erkennen. Dies sollte dazu führen, dass die Müllwerker die Tonnen stehenlassen.

Die Nutzer bekommen von der Abfallwirtschaft die Information zur Wahl, entweder den Abfall sortenrein nachzusortieren, um ihn bei der nächsten regulären Leerung mitnehmen, oder alternativ gegen die Standardgebühr mit einer Sonderfahrt als Restmüll abholen zu lassen.

Diese Gebühr für Sonderfahrten steht derzeit in keinem akzeptablen Verhältnis zum Aufwand. „Wir werden dem Kreistag eine angemessenere Sondergebühr zur Beschlussfassung empfehlen“, sieht Bienroth eine Lösung des Problems. Damit würde eine unnötig erhöhte Abfallgebühr für alle vermieden werden, und sorgfältig trennende Nutzer müssten nicht für ihre nachlässigen Nachbarn mitbezahlen. Die Beweisführung mit einem derzeit getesteten Detektionssystem hierfür wäre gut machbar und soll in die neue Vertragsgestaltung mit dem zukünftigen Entsorger ab 2025 einfließen.

Die Müllschleusen

Ein weiteres strukturelles Problem seien die großen 600-Liter-Biotonnen, die seit 2016 zusammen mit den Müllschleusen für den Restmüll in großen Wohnanlagen genutzt werden. Hier führten derzeit die Anonymität der Nutzer und die oft freie Zugänglichkeit für Passanten zu einer überproportional hohen Befüllung mit Fremdmaterialien.

Die Abfallwirtschaft sieht eine Verbesserung der Situation in der Umstellung auf abschließbare Umhausungen und kleinere Tonnen mit individueller Zuordnung.

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