Kreis Lörrach Datenleck im Geoportal des Landkreises

Regine Ounas-Kräusel
Das Landratsamt Lörrach Foto: Kristoff Meller

Im Liegenschaftskataster waren Namen und Geburtstage von Grundstückseigentümern öffentlich abrufbar. Der Verwaltungs- ausschuss hat nun das schnelle Handeln der Kreisverwaltung gelobt und den Landesdatenschutzbeauftragten kritisiert.

Der Datenschutzbeauftragte des Landkreises, Richard Benner, schilderte nochmals, was geschehen war: Am 4. Januar meldete der Landesdatenschutzbeauftragte dem Landkreis Lörrach ein Datenleck im Geoportal Eigentlich können diese Daten nur Städte und Gemeinden mit Nutzername und Passwort einsehen.

Neben den Daten im Liegenschaftskataster waren im Starkregenportal Mail- und zum Teil auch Postadressen von Personen abrufbar, die Schä den gemeldet hatten.

Daten über Google abrufbar

Gleich am 5. Januar nahm das Landratsamt sein Geoportal vom Netz, so Benner. Anfang Februar habe sich dann der SWR gemeldet und darauf hingewiesen, dass die genannten Daten sogar über Google abrufbar seien.

Bisher sei man davon ausgegangen, dass die Daten aus dem Liegenschaftskataster nur über einen bestimmten Link für die Städten und Gemeinden zugänglich waren, so Benner.

Nach der Anfrage des SWR habe man den Sachverhalt per Pressemitteilung bekannt gemacht und alle Bürger, die sich beim Starkregenportal gemeldet hatten, persönlich informiert, so Benner. Eine Handlungsempfehlung an die Betroffenen spreche man nicht aus: Anders als etwa bei verlorenen Kontodaten, gebe es keine konkrete Gefahr.

Die Fraktionen

Paul Renz und Peter Schelshorn (beide CDU) wollten gehört haben, dass der Landesdatenschutzbeauftragte schon im November von dem Datenleck wusste. Sie fragten, warum er den Kreis Lörrach erst im Januar informiert habe: „Das kann doch nicht sein“, so Schelshorn. Martin Bühler (Freie Wähler) und Martin Fischer (Grüne) lobten, dass die Verwaltung den Zugang zum Geoportal sofort abschaltete. Fischer (Grüne) sah keinen großen Schaden: Wer ein berechtigtes Interesse nachweise, könne ohnehin Besitzerdaten aus dem Liegenschaftskataster erfragen.

Auf die Frage nach der Sicherheitsarchitektur des Geoportals antwortete Benner: Das Geoportal liege auf einem Server im Landratsamt. Dort lägen öffentlich zugängliche Daten neben Daten, die durch Passwort und Nutzername geschützt seien. Dieser Schutz habe vorübergehend gefehlt, weil ein Häkchen nicht gesetzt war. In anderen Kreisen habe es ähnliche Pannen gegeben, sagte Landrätin Marion Dammann. Sie entschuldigte sich dennoch. Es habe keine Beschwerden von betroffenen Bürgern gegeben, nur vereinzelte Nachfragen, beantwortete sie eine Frage aus dem Ausschuss.

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