Kreis Lörrach Dem Ziel aktiv entgegengehen

Bei den Zukunftsaufgaben brauche es Gestaltungswillen, sagte Landrätin Marion Dammann gestern Abend in ihrer Neujahrsrede. Foto: Kristoff Meller

Kreis Lörrach - Gemeinsam mit der Stadt Lörrach hat der Landkreis gestern Abend im Burghof den Neujahrsempfang ausgerichtet. Für das musikalische Rahmenprogramm sorgte das Duo Steffi & Salz. Inhaltliche Akzente setzten Landrätin Marion Dammann und Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz. In ihrer Rede zog die Landrätin Bilanz und skizzierte die wichtigen Zukunftsaufgaben des Kreises.

Der heimische Landkreis habe unter dem Motto „Gemeinsam Zukunft gestalten –­ Landkreis Lörrach 2025“ im vergangenen Jahr einiges erreicht und auf den Weg gebracht, bilanzierte Dammann zu Beginn ihrer Rede.

„Der Landkreis geht auf seinem Weg aktiv dem Ziel entgegen, diesen als Lebens- und Wirtschaftsraum in allen Bereichen im Sinne der Nachhaltigkeit zu stärken und weiterzuentwickeln.“ Dies könne nur in einem vertrauensvollen Miteinander geschehen.

Als zentrales Projekt verwies sie auf das geplante Zentralklinikum, das im Jahr 2025 im Lörracher Entenbad seinen Dienst aufnehmen soll. „Eine gute Umsetzung des Vorhabens ist nur möglich, wenn die Stadt Lörrach entsprechend ihren Zusagen im Standortwettbewerb die L 138 verlegt und für das Projekt den Bebauungsplan erstellt.“ Für Dammann ist klar: Der Klinikstandort ermögliche an der Nahtstelle zwischen Stadt und Land eine sehr gute pflegerische und medizinische Versorgung bei bester Erreichbarkeit. Gleichzeitig werde die Infrastruktur sowohl für den ländlichen als auch für den städtischen Raum deutlich verbessert.

„Wenn alle Beteiligten kreativ und mutig arbeiten, könnte das Zentralklinikum für den Landkreis zu einem identitätsprägenden Leuchtturmprojekt werden, das es für das Sozialministerium bereits jetzt ist“, betonte sie.

Schwindendes Vertrauen in den Rechtsstaat

Das Klinikum ist nicht das einzige Projekt im neuen Jahr, bei dem der Weg gemeinsam „ergebnisorientiert und schnell“ beschritten werden soll. Das gelte auch für den Ausbau des Nahverkehrs, den Neubau von Pflegeheimen in Schliengen und Hausen sowie beim Breitbandausbau oder der Umsetzung des regionalen Schulentwicklungsprozesses, machte die Landrätin deutlich.

In ihrer Rede warf sie einen Blick in die Zukunft und skizzierte hierbei auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen: Wo Licht sei, gebe es auch Schatten. Zwar schätze sie die Ausgangslage grundsätzlich gut ein, indes erlebe man bei den Menschen aufgrund einer zunehmenden Komplexität und der Geschwindigkeit von Veränderungen Unsicherheit, Angst sowie ein schwindendes Vertrauen in den Rechtsstaat. Zudem spüre man überall eine soziale sowie politische Ignoranz, welche es Populisten ermögliche, Volksmengen zu verführen, zitierte Dammann den Schweizer Physik-Professor und Autor Emil Kowalski aus seinem Werk „Dummheit – eine Erfolgsgeschichte“.

Deswegen sei es wichtig, mit den Menschen in einen Dialog zu treten, Verantwortung zu übernehmen, respektvoll Meinungen auszutauschen und „Fake-News“ den Boden zu entziehen, legte Damman dar. Laut Kowalski seien kreative, positive Dummheiten für den Fortschritt unerlässlich, „sie müssen nur auf fruchtbaren Boden fallen“. Keine Ignoranz, sondern Gestaltungswillen brauche es bei den großen Zukunftsaufgaben in einer globalisierten Welt, erklärte die Landrätin.

Dafür brauche es Selbstvertrauen in die uns gegebenen Fähigkeiten. Eine dieser Zukunftsaufgaben verortete die Landrätin im Themenfeld der Digitalisierung, mit dessen strategischer Fortschreibung sich der im Mai neu zu wählende Kreistag befassen werde.

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