Kreis Lörrach Die seelische Belastung nimmt zu

Der Krankenstand aufgrund psychischer Krankheiten hat im Landkreis Lörrach um 34 Prozent zugenommen (Archivfoto) Foto: Die Oberbadische

Kreis Lörrach - Die aktuelle Analyse des DAK-Gesundheitsberichts für den Landkreis Lörrach zeigt, wie sich die Anzahl und Dauer der Krankschreibungen während der Corona-Krise in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres verändert haben. Die Fehltage bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34 Prozent und damit am stärksten von allen Diagnosen an, wie die Krankenkasse mitteilt.

Weniger Fehlzeiten entfielen hingegen auf Verletzungen. Sie gingen um rund 33 Prozent zurück. Ein Rückgang um 13 Prozent wurde auch bei Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenleiden verzeichnet.

Besonders im Blickfeld stehen die Atemwegserkrankungen aufgrund der Regelung des gemeinsamen Bundesausschusses, wonach sich Patienten mit leichten Erkältungssymptomen von März bis Ende Mai telefonisch krankschreiben lassen konnten. Die Auswertung des DAK-Gesundheitsreportes im Landkreis Lörrach zeigt, dass die Fehlzeiten bei Atemwegserkrankungen im Vergleich zum Vorjahr um fast 28 Prozent zunahmen, aber nur leicht über dem Wert aus dem Grippejahr 2018 lagen.

„Aus unserer Sicht ist das ein klarer Beleg dafür, dass einfache Lösungen für das Krankschreibungs-Geschehen sehr sinnvoll sind“, wird Horst Lüttner, Chef der DAK-Gesundheit in Lörrach, in der Mitteilung zitiert. „Wir müssen nicht nur bei Covid-19, sondern bei vielen Erkrankungen generell die Ansteckungsgefahr für das Praxispersonal und für andere Patienten mitbedenken. Wenn neue Formen der Kommunikation die persönliche Begegnung in der Arztpraxis ersetzen, ist das ein wichtiger Fortschritt.“

Der DAK-Gesundheitsreport für den Landkreis Lörrach analysierte neben dem ersten Halbjahr die Fehlzeiten des vergangenen Jahres.

Die Vollauswertung des gesamten vergangenen Jahres zeigt, dass sich mehr als die Hälfte aller Fehltage auf drei Krankheitsarten zurückführen lassen. An erster Stelle stehen Muskel-Skelett-Probleme wie etwa Rückenschmerzen. Sie sind für mehr als jeden fünften Fehltag von Beschäftigten in der Region verantwortlich. Danach folgen mit 16 Prozent psychische Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen. Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Sinusitis stehen mit 15 Prozent an dritter Stelle.

„Mit unseren Analysen zum Krankenstand im Landkreis Lörrach setzen wir gezielt beim betrieblichen Gesundheitsmanagement an und bieten Arbeitgebern konkrete Hilfe“, sagt Lüttner. „Unter dem Eindruck der Veränderungen erweitern wir unsere Online-Angebote für Beschäftigte und bieten Firmen in der Region Lörrach Online-Workshops und Schulungen für ihre Mitarbeiter an, die gesundes Arbeiten im Homeoffice unterstützen“, betont der DAK-Chef. Die Angebote sind ortsunabhängig, stehen als Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagements allen interessierten Arbeitgebern und Arbeitnehmern offen und werden stetig den aktuellen Entwicklungen angepasst.  Eine Liste aller Angebote sowie weitere Informationen gibt es online unter www.dak.de/digitalesBGM.

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